Pflanzliche Hilfe bei Angststörungen und Depression

Phytopharmaka - eine Alternative bei Panik, Schlafstörungen, Angst-Spannung und Depression

Pflanzliche Mittel (Phytopharmaka) gewinnen bei der Behandlung psychischer Störungen zunehmend an Bedeutung. Einen guten Überblick bietet das empfehlenswerte Buch „Angststörungen, Depressionen, Somatisierungsstörungen. Diagnose und Therapie mit pflanzlichen Psychopharmaka“ von Faust.

Verschiedene pflanzliche Mittel wirken beruhigend, Angst dämpfend, entspannend und schlaffördernd. Pflanzliche Beruhigungs- und Schlafmittel haben gegenüber den chemischen Präparaten den Vorteil, dass sie nicht zur Abhängigkeit führen, fast keine Nebenwirkungen aufweisen, die Schlafphasen, die Leistungsfähigkeit und die Verkehrstüchtigkeit nicht beeinträchtigen.

Vor der Anwendung sollte eine Beratung bei einem erfahrenen Arzt oder Apotheker in Anspruch genommen werden, da Nebenwirkungen und Interaktionen mit anderen Medikamenten auftreten können, worauf in den letzten Jahren vermehr hingewiesen wurde. Phytopharmaka sind rezeptfrei erhältlich.

Die Standardisierung der Wirksamkeit von Phytopharmaka (und damit auch die wissenschaftliche Überprüfbarkeit) kann nur über genau definierte Extrakte erfolgen, was nicht immer leicht ist, insbesondere dann, wenn bei der Fülle der enthaltenen Substanzen die eigentlichen Wirksubstanzen oft gar nicht genau bekannt sind. Wegen der besseren Dosierbarkeit und des höheren Inhalts der entscheidenden Wirksubstanzen sind anstelle von Tees Extrakte aus Heilpflanzen zu empfehlen.

Seit einigen Jahren werden Phytopharmaka in wissenschaftlichen Studien nach exakten Vorgaben (standardisierte Extrakte) wie Psychopharmaka geprüft. Der empirische Nachweis der Wirksamkeit von Johanniskraut als Mittel gegen Depressionen (vor allem durch die Firma Lichtwer Pharma) und von Kava-Kava als Mittel gegen Angststörungen (durch die Firma Schwabe) wurde von mittelständischen Unternehmen erbracht.

Als beruhigend gelten folgende Pflanzen: Baldrian, Hopfen, Melisse, Johanniskraut, Kava-Kava, Passionsblume, Orangenblüte und Lavendel. Bei Angstzuständen sind Baldrian, Hopfen, Johanniskraut und Kava-Kava zu empfehlen. Bei den meisten Heilpflanzen (außer Kava-Kava) sind die Wirksubstanzen noch unbekannt.

Wirkungsspektrum pflanzlicher Präparate

Pflanzliche Substanz

Verwendete Teile

Wirkung

Anwendung

Baldrian

Wurzel

beruhigend,

schlaffördernd

Angstzustände, Nervosität,

Schlafstörungen

Hopfen

Zapfen

beruhigend,

schlaffördernd

Unruhe, Angstzustände,

Nervosität, Schlafstörung

Melisse

Blätter

beruhigend

Einschlafstörungen,

Magen-Darm-Beschwerden

Johanniskraut

Kraut

mild antidepressiv

depressive Verstimmung,

nervöse Angst und Unruhe,

psychovegetative Störungen

Kava-Kava

Wurzelstock

Angst lösend,

beruhigend,

muskelentspannend

nervöse Angst-, Spannungs-

und Unruhezustände

Passionsblume

Kraut

beruhigend,

krampflösend

nervöse Unruhe

Lavendel

Kraut

beruhigend

Unruhe, Einschlafstörung

 

Baldrian wird bei Angstzuständen, Nervosität und Schlafstörungen verwendet. Die erwiesene Gesamtwirkung des Baldrians beruht nach neueren Studien auf synthetisch völlig unterschiedlichen Wirkstoffen, die im einzelnen noch unbekannt sind.

Hopfen wird als Beruhigungsmittel bei Unruhe, Angst- und Spannungszuständen sowie nervösen Schlafstörungen verwendet. Die wirksamen Inhaltsstoffe wurden noch nicht gefunden. Der während der Lagerung aus Humulon und Lupulon entstehende Alkohol Methylbutenol ist als einer der wirksamsten Inhaltsstoffe anzusehen, möglicherweise erfolgt auch nach der oralen Aufnahme im Körper eine entsprechende Umwandlung aus Lupulon. Methylbutenol zeigte im Tierversuch eine deutlich sedative Wirkung. Ausreichende Wirksamkeitsstudien beim Menschen fehlen. Methylbutenol ist eine äußerst flüchtige Substanz und daher in Extrakten nicht mehr vorhanden. In Kombinationspräparaten (Hopfen mit Baldrian und/oder Melisse) kommt die sedierende Wirkung des Hopfens dagegen gut zur Geltung.

Melisse wirkt beruhigend und wird bei nervös bedingten Einschlafstörungen, zur Appetitanregung und bei psychosomatischen Beschwerden (Herz, Magen-Darm-Trakt) angewandt. Die Wirksamkeitsnachweise sind noch unbefriedigend.

Lavendl wirkt schwach beruhigend. Die Wirksamkeit ist noch wenig erforscht.

Orangenblüten werden zwar in der Volksmedizin als Beruhigungsmittel eingesetzt, eine wissenschaftliche Bestätigung der Wirkung liegt jedoch nicht vor.

Passionsblumenkraut wird gegen nervöse Unruhe, psychosomatische Störungen, Einschlafschwierigkeiten und Angst eingesetzt. Die Wirkung ist nicht erwiesen.

Johanniskraut, Kava-Kava und Baldrian stellen für den Bereich der Angststörungen die wichtigsten und am besten überprüften pflanzlichen Mittel dar und sollen daher im Folgenden ausführlich beschrieben werden.

 

 

Johanniskraut-Präparate gegen Depressionen und Angstzustände

Johanniskraut wurde bereits in der Antike und im Mittelalter äußerlich als Wundheilmittel eingesetzt. Die Gattung Hypericum L. kommt auf der ganzen Welt vor und umfasst 378 Arten. Die Stammpflanze für Johanniskraut-Extrakte ist die Art Hypericum perforatum L. Das offizielle Johanniskraut wächst in Europa, Asien, Nord- und Südamerika als weit verbreitete Wildpflanze. Das Kraut zur Drogenbereitung stammt teilweise aus kontrolliertem Anbau.

Die krautige Pflanze wird etwa 60 cm hoch und besitzt fünfstrahlige gelbe Blüten mit zahlreichen langen Staubblättern und durchscheinend punktierten Blättern, die in den Drüsen ätherische Öle enthalten („perforatum“ bezieht sich auf die „durchlöcherten“ Blätter). Die Inhaltsstoffe des Extrakts stammen vorwiegend aus den Knospen, Blüten und Zweigspitzen. Die maximale Ausbeutung an wichtigen Inhaltsstoffen geschieht durch Extraktion der Droge mit wässrigem Methanol.

Johanniskraut (Hypericum perforatum) hat (allerdings erst nach 2-3 Wochen und über einen längeren Zeitraum angewandt) eine stimmungsaufhellende, stimmungsstabilisierende und antriebssteigernde Wirkung und ist laut neuesten Studien in der Behandlung leichter bis mittelschwerer Depressionen vergleichbar der Wirkung von milden Antidepressiva. Der Einsatz erfolgt auch bei angst-, unruhe- und stressbedingter Übererregbarkeit, psychovegetativen Störungen, Schlafstörungen, Menstruations- und Wechselbeschwerden. Als neueste Indikation zeichnet sich der Einsatz bei saisonal abhängigen Depressionen und bei chronischen Spannungskopfschmerzen ab.

Johanniskraut macht nicht müde, kann aber durch seine entspannende und ausgleichende Wirkung auf das körperliche und seelische Empfinden die Nachtruhe verbessern. Hypericin, die Hauptwirksubstanz in Johanniskraut-Präparaten, aktiviert in der Zirbeldrüse die Bildung von Melatonin, das Hormone ausschüttet, die beruhigend auf die Schlafzentren im Gehirn wirken. Stress dagegen verhindert in der Zirbeldrüse die Bildung des Schlafhormons Melatonin.

Von über 3000 Patienten mit Schlaflosigkeit konnte laut Studien des Schlafforschers Woelk nach vierwöchiger Johanniskraut-Einnahme jeder zweite Patient wieder durchschlafen. Johanniskraut verlängert die Tiefschlafphasen und lässt die REM-Schlafphasen unverändert, was einen erholsamen und gesunden Schlaf bewirkt.

Nebenwirkungen sind nicht häufiger als unter Placebo anzutreffen. Am ehesten sind gastrointestinale Beschwerden sowie eine Photosensibilisierung (erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut) möglich. Eine leicht erhöhte Photosensibilisierung wurde nur bei Menschen mit lichtempfindlicher Haut beobachtet. Allergische Hautreaktionen ergaben sich nur in Tierstudien mit sehr hohen Johanniskrautdosen. Bei einer Tagesdosis bis zu 1800 mg Gesamtextrakt wurde bei Menschen noch keine erhöhte Lichtempfindlichkeit (Pigmentierung der Haut) festgestellt. Eine neuere und umfangreiche Studie an Menschen fand keine erhöhte Photosensibilisierung bei behandlungsrelevanten Dosen. Es bestehen keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, auch nicht mit Alkohol.

Johanniskraut-Präparate werden zwar von vielen Ärzten noch immer als „Edel-Placebos“ abqualifiziert, stellen jedoch mittlerweile die in der BRD am häufigsten verschriebenen Antidepressiva dar (ein Viertel der verordneten Antidepressiva).

Die pharmakologischen Effekte von Hypericum-Extrakten sind wissenschaftlich einwandfrei nachgewiesen. Das empfehlenswerte Buch „Rationale Phytotherapie. Ein Ratgeber für die ärztliche Praxis“ von Schulz und Hänsel bietet eine beeindruckende Darstellung von Johanniskraut als Antidepressivum.

Johanniskraut-Präparate scheinen auch bei Angststörungen wirksam zu sein, fundierte Studien dazu fehlen jedoch noch. Durch die häufige Komorbidität von Depressionen und Angststörungen ist schon aus diesem Grund mit einer Besserung zu rechnen.

Die Wirkung der Johanniskraut-Extrakte beruht – ähnlich wie bei synthetischen Antidepressiva – auf einer Modulation der zentralen Neurotransmission, wobei das serotonerge und das noradrenerge System im Mittelpunkt stehen. Bei ausreichend hohem Hyperforin-Gehalt führt Johanniskraut zu einer Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.

Die Substanzwirkung beruht nicht auf einer Hemmung der Enzyme MAO-A und MAO-B (Hemmung des Abbaus der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin), da Johanniskraut nur ein schwacher MAO-A- und MAO-B-Hemmer ist. Vielmehr hemmt Johanniskraut die Wiederaufnahme von Noradrenalin, Serotonin, Dopamin und GABA in die präsynaptische Nervenendigung, was in dieser Form kein Antidepressivum vermag. Gleichzeitig wird die Dichte von Beta-Rezeptoren im frontalen Kortex reduziert, während (im Gegensatz zu synthetischen Antidepressiva) die Zahl der Serotoninrezeptoren (5-HT1 und 5-HT2) im frontalen Kortex erhöht wird. Welche Substanzen für den antidepressiven Effekt von Hypericum verantwortlich sind, wird noch untersucht. Johanniskraut erhöht im Tierversuch nicht die Serotoninrezeptoraffinität, wohl aber die Serotoninrezeptordichte im frontalen Kortex. Demnach ist die Verbesserung der serotonergen Funktion durch die erhöhte Serotoninrezeptordichte bedingt.

Die pharmakologische Ähnlichkeit mit dem Wirkmechanismus der synthetischen Antidepressiva ist der Grund dafür, dass Johanniskraut-Präparate ebenso wie trizyklische Antidepressiva und SSRI 2-3 Wochen bis zur vollen klinischen Wirksamkeit brauchen, obwohl der maximale Blutplasmaspiegel bereits nach 7-10 Tagen erreicht wird. Dies weist auf zugrunde liegende Veränderungen der Serotoninrezeptoren hin.

Die Effekte der einzelnen Inhaltsstoffe begründen die beruhigende Wirkung von Johanniskraut als Gesamtarzneistoff:

Naphthodiantrone: z.B. Hypericin, Pseudohypericin, Protohypericin;

Phloroglucinderivate: Hyperforin, Adhyperforin;

Flavon- und Flavonolderivate: z.B. Quercitinglycoside, Biflavonoide;

Xantone.

 

Die rot gefärbten Hypericine stellen ein Gemisch von mehreren Naphthodianthronen dar, die photosensibilisierend wirken. Die photodynamischen Effekte dürften Wirkungen im Sinne der Lichttherapie ausüben. Hypericin bewirkt im Gehirn auch einen Anstieg des Neurotransmitters Dopamin. Flavonoide hemmen die Monoaminooxidase (MAO), Biflavonoide binden an den Diazepam-Rezeptor (wo Valium® einwirkt), Hyperforin ist chemisch verwandt mit den sedierend wirkenden Hopfenbitterstoffen und hat eine antibakterielle Wirkung. Es wurden auch geringe Mengen an GABA gefunden.

Für einige Flavonoide (Hyperosid und Isoquercitin) und für das Biflavon Biapigenin konnten antidepressive Effekte im Sinne einer Verkürzung der passiven Immobilitätszeit nachgewiesen werden.

Früher wurde angenommen, dass die therapeutische Wirkung des Johanniskrauts allein auf der Substanz Hypericin beruht, sodass immer der Hypericin-Wert angeführt wurde. Seit einiger Zeit weiß man, dass auch andere enthaltene Substanzen therapeutisch wirksam sind, weshalb man dazu übergegangen ist, die Gesamtmenge des Johanniskraut-Extrakts in mg als Standardmaß anzuführen. Neben anderen Inhaltsstoffen wird vor allem Hyperforin als einer der wichtigsten angesehen.

 

Hyperforin hat nach Müller folgendes Wirkungsspektrum:

Breite Wiederaufnahme-Hemmung (5-HT, DA, NA, GABA, L-Glutamat)

Erhöhung der extraneuronalen Konzentration von 5-HAT, DA, NA, L-Glutamat in Mikroanalyse-Experimenten

Beta-Down-Regulation, 5HT2- und 5HT1A-Up-Regulation

Wirkung im Porsolt-Test, im Test der erlernten Hilflosigkeit

Effekte auf intrazelluläre NA+- und H+-Konzentrationen

Hemmung von Ca2+-Kanälen vom P-Typ (Kalmodulin-abhängig)

Spezifischer Effekt auf Membraneigenschaften

Wirkungsbestimmend in Depressionsmodellen, in Angst- und in Modellen für Lernen und Gedächtnis.

 

In einer Beilage der Fachzeitschrift „Nervenarzt“ vom Februar 1997 heißt es:

 

„Unter den verschiedenen Johanniskraut-Präparaten nimmt der Hypericum-Extract LI 160 (Jarsin® 300) eine besondere Stellung ein: Er ist der am besten untersuchte Johanniskraut-Extrakt. Sein standardisierter hoher Hypericingehalt gewährleistet einen gleichbleibenden therapeutischen Effekt.“

 

Die Wirksamkeit von Johanniskraut-Präparaten bei leichten und mittelschweren Depressionen ist in Vergleichsuntersuchungen mit trizyklischen Antidepressiva bzw. SSRI (z.B. Sertralin, Fluoxetin) eindeutig als gleich gut nachgewiesen.

Von den bis zum Jahr 2000 vorliegenden insgesamt 12 placebokontrollierten Johanniskraut-Studien (7 davon mit Jarsin® 300) bei leicht bis mittelschwer depressiven ambulanten Patienten belegt der Großteil die Wirksamkeit des pflanzlichen Mittels.

Bei 5 Studien, die Gruppenvergleiche mit anderen Antidepressiva (Imipramin, Maprotilin, Amitriptylin und Fluoxetin) herstellten, erwies sich das pflanzliche Präparat als mindestens gleichwertig und in keinem Fall signifikant unterlegen. Insgesamt gibt es 25 kontrollierte Johanniskraut-Studien mit 1592 Patienten, zumeist durchgeführt mit Jarsin® 300. Die Mehrzahl der Studien umfasste ambulante Patienten mit leichteren Depressionen. Vergleichsstudien zwischen Hypericum-Extrakten und SSRI fehlen noch.

Die Wirksamkeitsstudien zeigen auf, „dass bei einer Tagesdosis eines auf 0,3% Gesamthypericin eingestellten Johanniskraut-Extrakts eine ähnliche therapeutische Wirksamkeit zu erwarten ist wie mit modernen synthetischen Antidepressiva“.

1997 wurde die erste Studie veröffentlicht, die den Effekt von Johanniskraut bei Menschen mit einer schweren depressiven Episode überprüfte. Über einen Zeitraum von 6 Wochen erhielten im Rahmen dieser deutschen Multicenter-Studie (20 Zentren) 107 schwer Depressive 3-mal 600 mg Johanniskraut-Extrakt LI 160 (Jarsin® 300) täglich (d.h. 3-mal 2 Tabletten pro Tag) und 102 schwer Depressive 3-mal 50 mg Imipramin (Tofranil®) täglich. 38 der Patienten wurden stationär, 171 ambulant von Psychiatern behandelt. Am Ende der Studie zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in den Besserungsraten der beiden Behandlungsgruppen. Die Nebenwirkungen waren beim pflanzlichen Antidepressivum trotz der hohen Dosierung von 1800 mg pro Tag deutlich geringer als beim synthetischen Mittel. Die bisherige Auffassung, dass Jarsin® 300 nur bei leichten und mittelschweren Depressionen wirksam sei, wurde damit widerlegt.

Diese Untersuchung weist darauf hin, dass bei deutlich depressiver Symptomatik, wie sie auch bei vielen Menschen mit Angststörungen vorkommt, eine höhere Johanniskraut-Dosierung erforderlich ist, als in der Vergangenheit angenommen wurde (morgens, mittags und abends mindestens ein, eher sogar zwei Dragées Jarsin® 300).

Aufgrund der Forschungsergebnisse ist vor allem das Präparat Jarsin® 300 zu empfehlen, das in Deutschland am häufigsten eingenommene pflanzliche Antidepressivum. Eine Tablette enthält 300 mg Johanniskraut-Trockenextrakt, standardisiert auf 900 µg Gesamthypericin. 3-mal täglich sollte ein Dragee 300 mg unzerkaut zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Hohe Dosen sind wirksamer als niedrigere. Die Mindestdosis sollte 900 mg, die Höchstdosis 1800 mg Gesamtextrakt betragen. Bis zu diesem Wert ist die Nebenwirkungsrate unbedenklich. Es gibt seit einiger Zeit auch Jarsin®-Tabletten mit 450 bzw. 750 mg Johanniskraut-Trockenextrakt.

Eine neuere Studie (die bislang umfangreichste Untersuchung an 324 Patienten) belegte die Wirksamkeit des Johanniskrautextrakts ZE 117 (2-mal 250 mg) bei Menschen mit einer leichten und mittelschweren depressiven Episode.

Die erste dreiarmige, randomisierte, doppelverblindete und kontrolliert multizentrische Studie mit der Substanz STEI 300 (Aristo® 350) an 251 Hausarztpatienten mit mittelschwerer Depression bestätigte die Wirksamkeit von Johanniskraut eindrucksvoll.

Eine große multizentrische Anwendungsbeobachtung an über 11000 Patienten mit leichten bis mittelschweren Depressionen, die einmal täglich mit Laif® 600 behandelt wurden, dokumentierte ebenfalls die gute Wirksamkeit des Präparats.

In einer Praxisforschungsstudie mit über 2100 Patienten erwies sich Neuroplant 600 mg/Tag als effektiv in der ambulanten Behandlung leichter Depressionen. Bei mittelschweren Depressionen sollten zwei Tabletten eingenommen werden.

Bei stärkerer Angst kann eine Kombination von Johanniskraut mit Kava-Kava oder Baldrian nützlich sein. Wegen der höheren Extraktmenge sind Monopräparate und nicht Kombinationspräparate zu empfehlen. Bei Bedarf kann auch ein synthetisches Antidepressivum zusätzlich eingenommen werden. Bei einer leichteren Depression ist ein langsamer (ausschleichender) Umstieg vom synthetischen auf das pflanzliche Mittel möglich, dies jedoch vorher mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Führende Experten aus dem Bereich der Psychopharmakotherapie befürworten den Einsatz von Johanniskraut-Extrakten zur Behandlung leichter und mittelschwerer Depressionen. Der Wiener Psychiatrieprofessor Kasper erklärte in einem Interview in einer Beilage der Zeitschrift „Nervenarzt“:

 

„Bei leichter und mittelschwerer Depression kommen auch pflanzliche Präparate, vor allem Johanniskraut, in Frage. Ich versuche immer, den Patienten als Ganzes zu sehen. Menschen, die pflanzliche Arzneimittel bevorzugen sowie Patienten, die sensibel auf Medikamente reagieren, behandle ich bevorzugt mit Hypericum-Extrakt... Wichtig ist die richtige Dosierung – 900 mg/d Hypericum-Extrakt ist die Mindestdosis – sowie die Kontrolle des Therapieerfolgs. Nach drei Wochen sollte sich ein befriedigender Effekt eingestellt haben. Ist das nicht der Fall, muß man auf ein synthetisches Antidepressivum umsetzen.“

 

In den letzten Jahren wurde erkannt, dass es zwischen Johanniskraut-Präparaten und anderen Substanzen, die durch Cytochrom P450 metabolisiert werden, zu Wechselwirkungen kommen kann, wodurch der Plasmaspiegel anderer Medikamente erniedrigt werden kann. Vor allem wurde Frauen Angst gemacht, dass die Empfängnisverhütungspille nicht mehr ausreichend verlässlich wirken würde.

In Verbindung mit SSRI kann ein Serotoninsyndrom mit unangenehmen Symptomen auftreten. Es sollte daher sicherheitshalber ein Abstand von zwei Wochen zwischen der Einnahme von Johanniskraut und Antidepressiva (Trizyklika und SSRI) eingehalten werden. Vor der Anwendung von Johanniskraut-Präparaten sollten bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente Ärzte oder Apotheker konsultiert werden.

Es sollte nur ein bekanntes und überprüftes Johanneskrautextrakt eingenommen werden, und zwar 900 mg/Tag bei einer leichten Depression und bis zu 1800 mg/Tag bei einer mittelschweren Depression. Die Zahl der einzunehmenden Tabletten pro Tag hängt von der Extraktmenge ab (Überblick unter www.rote-liste.de).

Kava-Kava-Präparate gegen Angstzustände

Achtung:

In Deutschland sind alle Kava-Kava-Präparate seit Sommer 2002 verboten, weil in Einzelfällen schwere Leberschäden aufgetreten sind.Kava-Kava ist ein 2-3 Meter hohes Pfeffergewächs (Rauschpfeffer: Piper methysticum) auf den Südseeinseln. Der bis zu 10 kg schwere Wurzelstock hat eine beruhigende, muskelentspannende, Angst lösende und antriebssteigernde antidepressive Wirkung. Die Eingeborenen verwenden den getrockneten Wurzelstock als wohltuende Droge (zerkaut oder zerrieben und mit kaltem Wasser versetzt und geseiht).

Die Wirkung des Trunks beruht auf den Kava-Pyronen. Pyrone sind sauerstoffhaltige, ringförmige chemische Verbindungen, die im Kava-Kava-Wurzelstock enthalten sind. Es handelt sich um sechs verschiedene Substanzen, die in Tierversuchen unterschiedliche Wirkungen aufwiesen. Kava-Pyrone sind kaum in Wasser löslich, was erklärt, warum es so lange gedauert hat, ihre Wirksamkeit nachzuweisen.

Die Substanz Kavain kann synthetisch hergestellt werden. Als Phytopharmaka gelten jedoch nur Extrakte aus der Kava-Pflanze. Kava-Präparate werden entweder mit Ethanol/Wasser (Extrakte mit etwa 30% Kava-Pyronen) oder mit Aceton/Wasser (Extrakte mit ca. 70% Kava-Laktonen) extrahiert. Das Droge-Extrakt-Verhältnis beträgt in beiden Fällen etwa 12-20:1. Die Plasmahalbwertszeit der Kava-Pyrone liegt zwischen 90 Minuten und einigen Stunden. Die Tagesdosis sollte 120 mg Kava-Pyrone enthalten.

Bei Kava-Kava sind die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe bekannt:

 

„Es handelt sich dabei um die Kavapyrone, darunter Kavain (1-2% in der Droge), Dihydrokavain (0,6-1%), Methysticin (1,2-2%) und Dihydromethysticin (0,5-0,8%). Der Gesamtgehalt der Droge soll mindestens 3,5% Kavapyrone betragen, berechnet als Kavain...

Die 4 Pyrone vom Kavain-Methysticin-Typ wirken zentral muskelrelaxierend und antikonvulsiv; ... Die Erregbarkeit des limbischen Systems ... wird durch die Kavaine und Methysticine verringert, analog zu den Befunden bei Benzodiazepin-Gabe.“

 

Kava-Kava-Präparate sind wirksam bei Angstzuständen, Nervosität, Unruhe, depressiver Stimmung, Schlafstörungen, Muskelverspannungen und psychovegetativen Beschwerden. Kava-Kava-Präparate wirken ähnlich wie Tranquilizer beruhigend auf das limbische System ein. Kava-Pyrone zeigen keine Interaktion mit GABA-Rezeptoren.

Trotz einer gewissen Ähnlichkeit des pharmakologischen Wirkprofils mit GABA-Rezeptoragonisten handelt es sich bei den Kava-Pyronen um keine natürlichen Benzodiazepine. Es besteht kein Missbrauchs- oder Abhängigkeitspotential.

Zwei neurophysiologische Studien belegten im Vergleich zu Bromazepam und Placebo die Leistungszunahme im Alpha- und Beta1-Bereich, was als elektrophysiologischer Parameter für eine entspannende und anxiolytische Wirkung zu verstehen ist.

Volz und Kieser veröffentlichten 1997 die erste placebokontrollierte Langzeitstudie über die Wirksamkeit und Sicherheit des Kava-Kava-Extrakts WS 1490 (Präparat Laitan® 100) in der Behandlung von Angststörungen. Patienten mit Agoraphobie, spezifischer Phobie, generalisierter Angststörung und Anpassungsstörung mit Angst aus 10 Allgemeinarztpraxen wurden über einen Zeitraum von 25 Wochen behandelt, wobei 36 Patienten ein Placebo erhielten und 37 Patienten das Präparat WS 1490 (3-mal eine Tablette pro Tag, d.h. täglich 300 mg Kava-Extrakt entsprechend 210 mg Kava-Laktone). Nach 8 Wochen zeigte sich die Wirksamkeit des Kava-Kava-Extrakts, d.h. die Überlegenheit gegenüber dem Placebopräparat. Die anfängliche Verbesserung nach 8 Wochen hielt nicht nur an, sondern steigerte sich noch im Langzeitverlauf, objektiviert durch standardisierte Messinstrumente (deutliche Reduktion der Angst und der psychovegetativen Beschwerden sowie Verbesserung der Stimmung).

Die meisten Patienten wiesen zwei oder drei Angststörungen gleichzeitig auf. Diese Studie kann daher nur als Nachweis zur Reduktion des allgemeinen Angstniveaus dienen, ohne spezifische Effekte für bestimmte Angststörungen aufzeigen zu können. Es bestand eine sehr gute Verträglichkeit der Substanz, wesentliche Nebenwirkungen traten nicht auf. Beim Absetzen nach 25 Wochen zeigten sich keine Entzugssymptome.

Das Präparat Laitan® 100 besteht aus 90-110 mg Trockenextrakt aus Kava-Kava-Wurzelstock (11-20 : 1), entsprechend 70 mg Kava-Lactone (Auszugsmittel: Aceton-Wasser). Die im Wurzelstock vorhandenen ca. 5% wirksamkeitsbestimmenden Kava-Lactone wurden im Kava-Spezialextrakt WS 1490 auf 70% angereichert.

Dieser Extrakt hat nur wenig gemeinsam mit dem Kava-Kava-Getränk in Polynesien. Es weist einen 10fach höheren Kava-Pyronen-Anteil auf und ist frei von bestimmten unerwünschten Inhalten des Kava-Kava-Wurzelstocks.

Laitan® 100 war zumindest bis zum Bekanntwerden möglicher gefährlichen Nebenwirkungen von Kava-Kava Angstpatienten sehr zu empfehlen. Bisher mindestens 4 placebokontrollierte Doppelblindstudien bestätigten die Wirksamkeit. Man sollte 3-mal täglich 1 Kapsel (entsprechend 3-mal täglich 70 mg Kava-Lactone) unzerkaut schlucken. Die Einnahme erfolgt morgens, mittags und abends und kann unabhängig von den Mahlzeiten geschehen. Die Wirkung setzt nicht sofort, sondern langsam ein, mit einem Wirkmaximum nach etwa 10 Tagen. Die Einnahme ohne fachliche Beratung sollte in der Regel nicht länger als 3 Monate dauern. Laitan® 100 stellt als Phytotranquilizer eine wirksame Alternative zu Benzodiazepinen und Antidepressiva dar.

In einer umfangreichen Doppelblindstudie über 6 Wochen wurde die Tagesdosis von 210 mg Kava-Pyronen (3-mal täglich 1 Tablette Laitan® 100) mit der täglichen Wirkung von 15 mg Oxazepam (Adumbran®, Praxiten®) bzw. 9 mg Bromazepam (Lexotanil®) verglichen. Dabei ergaben sich keine unterschiedlichen Besserungsraten in den drei Behandlungsgruppen. Die pflanzliche Substanz erzielte eine ähnliche Wirkung wie die synthetischen Mitteln, ohne deren Nebenwirkungen zu haben.

In früheren Studien mit dem Kava-Extrakt WS 1490 wurde nachgewiesen, dass es im Vergleich zu Oxazepam (Praxiten®) die geistige Leistungsfähigkeit, die Reaktionsfähigkeit, die geistige Wachsamkeit und die Wiedererkennungsrate bei verschiedenen Testbatterien verbessert. Kava-Kava fördert trotz der beruhigenden Wirkung das Denken und Handeln sowie die Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnisleistung. Die Substanz wirkt Angst lösend, ohne dämpfend zu sein. Bei depressiven Patienten wurde eine gehobene Stimmung („seelische Aufhellung“) beobachtet.

Leistungssportler erlebten nach längerer Einnahme eines Kava-Präparats eine Leistungssteigerung im Laufen, Springen oder Werfen, weil die Überspannung und Überreiztheit vermindert und die Konzentration und Aufmerksamkeit verbessert wurde.

Von der Kava-Pyronen-Dosis her sind neben Laitan® 100 die Präparate Maoni® forte 120 mg und Antares® 120 besonders zu empfehlen (jeweils 120 mg Kava-Pyrone). Die Einnahme von 1 Filmtablette Maoni® forte 120 mg/Tag nach dem Essen ist ausreichend. Maoni® forte 120 mg enthält 171-252 mg Kava-Kava-Trockenextrakt (13-20:1).

Mit dem 120 mg hoch dosiertem Kava-Kava-Extrakt LI 150 (Maoni® forte 120 mg) wurde die anxiolytische Wirkung an 127 Patienten mit generalisierten Angststörung belegt. Das Mittel war in dieser bislang fundiertesten und bedeutsamsten referenzkontrollierten, doppelblinden, randomisierten und multizentrischen Studie nach acht Wochen ebenso gut Angst lösend wie 10 mg Buspiron und 100 mg Opipramol. Das Präparat stellt daher eine gleich gut wirksame Alternative zu Buspiron und Opipramol dar.

Mögliche Nebenwirkungen sind leichte Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit), bei längerer Einnahme bestimmte Hautüberempfindlichkeitsreaktionen (Hautrötung, Schwellung, Juckreiz). In den letzten Jahren wurden bei Überdosierung in einzelnen Fällen schwere Leberschäden bekannt (bei vorbestehendem Leberschaden sollte das Mittel daher nicht eingenommen werden).

Das Reaktionsvermögen bei der Arbeit oder im Straßenverkehr wird nicht beeinträchtigt. Bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol und zentral wirkenden Substanzen wie Tranquilizern und anderen Psychopharmaka ist jedoch eine Wirkungsverstärkung möglich, sodass Vorsicht angebracht ist.

 

Das Aus für Kava-Kava

D as Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat die Zulassungen Kava-Kava-haltiger Arzneimittel weitgehend aufgehoben. Nicht betroffen seien homöopathische Präparate, bei denen die Menge des Wurzelextraktes des südpazifischen Rauschpfeffers sehr niedrig sei, heißt es in einer Pressemitteilung.

Dem Institut lagen 40 Fälle aus Deutschland vor, bei denen teils schwerwiegende Leberschädigungen berichtet wurden. Bei sechs Patienten sei eine Lebertransplantation notwendig gewesen, drei starben nach dem Eingriff, teilte die Behörde mit, die über die Zulassung von Medikamenten befindet.

Die Entscheidung hatte sich schon lange angekündigt: Bereits im November vergangenen Jahres hatte das BfArM wegen des Verdachts schwerer Leberschädigungen den Verkauf des Medikaments verboten, das vor allem gegen Ängste und Depressionen eingenommen wird. Das pharmakritische „Arzneitelegramm“ hatte damals auf die schweren Nebenwirkungen aufmerksam gemacht. Diese Komplikationen stünden „keiner hinreichend belegten therapeutischen Wirksamkeit gegenüber“, hieß es aus Bonn. Es sei „nicht vertretbar“, Kava-Kava weiterhin in Verkehr zu bringen.

Baldrian-Präparate gegen Schlafstörungen

Der europäische Baldrian (Valeriana officinalis L.) ist eine von rund 250 in der Welt vorkommenden Baldrian-Arten. Die bekanntesten anderen Arten sind der indische und insbesondere der mexikanische Baldrian. Der europäische Baldrian wirkt bei Unruhezuständen und Schlafstörungen, der mexikanische oder indische Baldrian allenfalls bei Unruhezuständen, nicht jedoch bei Schlafstörungen (fehlende zentrale Wirkungen). Baldrian-Präparate dienen als Tagestranquilizer zur allgemeinen Beruhigung sowie als natürliche Schlafhilfen zur Erleichterung des Einschlafens.

Baldrian bewirkt nach neueren Studien eine erhöhte GABA-Konzentration im synaptischen Spalt durch eine erhöhte GABA-Ausschüttung und eine gleichzeitige Hemmung der Wiederaufnahme, was Angst und Anspannung dämpft. Baldrian beeinflusst den GABAA-Benzodiazepinrezeptor-Komplex, was die seit langem bekannten sedativen und schlaffördernden Effekte erklärt.

Baldrian enthält über 100 Bestandteile. Die wirksamen Inhaltsstoffe sind unbekannt. Hauptinhaltsstoffe der europäischen Baldrianwurzel sind: ätherisches Öl, Valerensäuren und Valepotriate. Die Valerensäure wirkt spasmolytisch, muskelentspannend und dämpfend. Die Valerensäure und verwandte Sesquiterpene hemmen den Abbau der GABA. Wässrige Drogenauszüge hemmen den Transport von GABA in die Synaptosomen. In einer Tablette sollten 30-50 mg Valepotriate vorhanden sein.

Als Nebenwirkungen können sehr selten Kopfschmerzen oder Übelkeit auftreten. Hang-over-Phänomene am Morgen, Überdosierungseffekte oder Abhängigkeitserscheinungen sind unbekannt. Baldrian macht selbst in hohen Dosen nicht müde, sondern lindert Angst und die damit verbundenen körperlichen Begleiterscheinungen, sodass ein Aufschaukeln verhindert wird. Die sedativ-hypnotischen Wirkungen von Baldrian werden durch Hopfen verstärkt, weshalb Kombinationspräparate den Monopräparaten in der Wirksamkeit überlegen sind.

Verschiedene Schlaflaborstudien haben die Wirksamkeit von Baldrian-Mono- und Baldrian-Kombinationspräparaten im Vergleich zu Benzodiazepinschlafmitteln nachgewiesen. Baldrian-Präparate haben keine sofortige Schlafwirkung, was insbesondere von Menschen beachtet werden sollte, die eine rasche Wirkung wie bei Benzodiazepin-schlafmitteln erwarten. Besserungen, vor allem auch bei der Tagesbefindlichkeit, ergeben sich erst nach 2-4 Wochen.

Baldrian fördert die natürliche Schlafbereitschaft, Benzodiazepinschlafmittel erzwingen dagegen einen unnatürlichen und ungesunden Schlaf. Schlaffördernd wirkt erst die Einnahme von 400-600 mg ethanolischem Baldrian-Extrakt 2 Stunden vor dem Zubettgehen. Dies erfordert die Einnahme von 2-3 Tabletten eines extraktreichen Baldrian-Mono-Präparats (z.B. Sedonium® mit 300 mg) oder eines Baldrian-Hopfen-Präparats (z.B. Hova®, Ivel®, Euvegal® N).

Eine neuere Studie mit 600 mg Baldrianextrakt (Sedonium®), täglich über einen Zeitraum von 4 Wochen eingenommen, bestätigte die Wirksamkeit von Baldrian bei leichten bis mittelschweren nicht organischen Schlafstörungen.

Das Baldrian-Hopfen-Präparat Hova® (Österreich) bzw. Hovaletten® N (Deutschland) ist ebenfalls sehr zu empfehlen. Es enthält 200,2 mg Trockenextrakt aus der europäischen Baldrianwurzel und 45,5 mg Trockenextrakt aus Hopfenzapfen. Das Präparat hat einen beruhigenden, muskelentspannenden und krampflösenden Effekt und führt zu keiner Beeinträchtigung am nächsten Tag. Das Mittel ist wirksam bei nervös bedingten Ein- und Durchschlafstörungen, Unruhe, Nervosität und Angstzuständen. Bei Schlafstörungen sollten 2 Tabletten eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen eingenommen werden, bei Unruhe, Nervosität und Angstzuständen 1-3 Tabletten pro Tag.

Angstpatienten mit Schlafstörungen sollten neben Laitan® 100 bzw. Jarsin® 300 bzw. 450 ein extraktreiches Baldrian-Monopräparat oder ein Baldrian-Hopfen-Präparat einnehmen. Schlafstörungen können bei Angstpatienten leicht Erschöpfungserscheinungen bewirken, die die nötige Energie zur Angstbewältigung vermindern.


Daniela Keller ist seit 20 Jahren als Health Care Practioner mit Fokus auf bioenergetische Körperarbeit, Ernährung, Entgiftung und Stressreduktion in Wien tätig. In der Einzelarbeit hat Daniela sich auf diffuse und komplexe Krankheitsbilder spezialisiert (z.B. Allergien, Autoimmun Krankheiten, chronische Erschöpfung, Trauma-Auflösung und psychische Begleitung). Für alle Interessierten gibt sie Workshops zu " Grundlagen der Selbstheilung" , und Aus- und Weiterbildungen in Grundlagen der ganzheilichen Selbstheilung für Therapeuten, Lebensberater und Energetiker. Zu Ernährungsthemen finden Vorträge und Ernährungs-Sprechstunden statt. Bei Interesse: www.danielakeller.at, Email, Tel: +43-699-1144 7937