Wie Hormone die Körperfunktionen beeinflussen und warum sie entgleisen können

Autor: Angelika v. Frankenberg 

 

Hormone (Botenstoffe) spielen in unserem Körper eine sehr wichtige Rolle. Sie werden von Hormondrüsen produziert, erreichen über das Blut ihre Zielorgane, die sie stimulieren, ihre genau definierten Aufgaben wahrzunehmen. Diese Drüsen sind die bestimmenden Faktoren im psychischen wie somatischen Geschehen.

Ihre Hormone beeinflussen das Wachstum bereits vom embryonalen Stadium an, bis der Mensch ausgewachsen ist. Sie kontrollieren bzw. beeinflussen die Verdauung, den Säure–Basenhaushalt, Stoffwechsel, die Schilddrüse, sämtliche Elektrolyte, ferner Schlaf, Körpertemperatur, den Wasserhaushalt, Fett – und Zuckerhaushalt, Calcium, Kalium, Kochsalzhaushalt, das Cholesterin, den pH-Wert des Gewebes …

Da im gesamten Körper alles mit allem in Verbindung steht, arbeitet kein Organ für sich allein. Das trifft auch ganz besonders für das endokrine System zu. Zwischen den verschiedenen Hormondrüsen gibt es ein fein abgestimmtes System von Wechselwirkungen und Beeinflussungen, man nennt dies Homöostase, also ein perfektes Gleichgewicht des inneren Körpermilieus. Wenn eine Drüse wegen körperlicher Störung ausfällt, können zwar andere, mit ihr in Verbindung stehende Drüsen kompensatorisch einspringen, aber sie können sich wegen Überlastung mit der Zeit erschöpfen.

Es ist bei jedem pathologischen Geschehen immer sinnvoll, nicht nur den Teil, sondern das ganze System im Zusammenhang zu sehen und entsprechend zu therapieren.

 

Beispiele für das Zusammenspiel der Hormone

Hypophyse, Epiphyse und Nebennieren haben Einfluss auf die Geschlechtsorgane.

Bauchspeicheldrüse, Nebennieren, Schilddrüse, Hypophyse und die Leber beeinflussen den Zuckerspiegel.

Hypophyse (somatotropes Hormon, ACTH…), Nebennieren (Kortisol, Adrenalin…) Keimdrüsen und Schilddrüse stimulieren das Wachstum des Körpers.

Der Kalziumstoffwechsel wird primär von der Schilddrüse und Nebenschilddrüse gesteuert, aber auch von den Nebennieren, den Keimdrüsen und der Hypophyse.

Der Blutdruck wird durch das Zusammenspiel sämtlicher hormonellen Funktionen kontrolliert und beeinflusst.

Dopamin muss aus der Aminosäure Thyrosin, welche wiederum aus der Aminosäure Phenylalanin hervorgeht, synthetisiert werden. Dazu werden u.a. die Vitamine B 6 und C benötigt. Dopamin ist wichtig für die Motorik, Motivation, Konzentration uvm.

Der Zellstoffwechsel wird von allen Drüsen, besonders von der Schilddrüse reguliert.

Die Energiebereitstellung für den Gesamtorganismus wird durch die Zusammenarbeit von Nebenniere, Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Hypophyse, einigen Mineralien und Enzymen sichergestellt.

Die Hypophyse regt im Verbund mit dem Hypothalamus die Schilddrüse, die Keimdrüsen, die Nebennierendrüsen uvm. an.

Besondere Bedeutung kommt der Epiphyse zu. Sie wird die Meisterdrüse genannt, da sie mit ihrem Hormon Melatonin sämtliche Drüsen kontrolliert und beeinflusst.

 

Die Epiphyse (Zirbeldrüse) - das "dritte Auge"

Hinduistische Mystiker nennen die Zirbeldrüse das „dritte Auge“ und glauben, dass die Seele im Zustand tiefster Meditation von der Stelle aus, an der die Zirbeldrüse sitzt, den Körper verlässt.

Entwicklungsgeschichtlich gesehen fing die Zirbeldrüse bei niedrigen Tieren tatsächlich als 3. Auge an. Wir können es heute noch an neuseeländischen Eidechsen beobachten, die einen Schlitz auf der Stirnmitte haben, der Licht direkt zur Zirbeldrüse durchlässt. Manche Wissenschaftler meinen, dass sie vielen Reptilien als Auge gedient haben könnte, sie hat sich aber nie zu einem echten Auge entwickelt, sondern hat andere wichtige Funktionen übernommen.

Beim Menschen sitzt sie tief im Zentrum des Gehirns und hat keinen direkten Zugang zum Licht, stattdessen „sieht sie durch unsere Augen“, hat auch Pigmentzellen in unseren Augen, sie sind genauso lichtempfindlich und reagieren auf hell/dunkel. Licht dringt in die Pupille ein und bündelt sich auf der Netzhaut, von der Netzhaut gelangt die Botschaft an das Mittelhirn und den suprachiasmatischen Kern, eine Traube von Nervenzellen im Hypothalamus.

Täglich löst das Licht, das durch die Augen hereinkommt, den Zeitmechanismus des suprachiasmatischen Kerns aus. Jede Nacht schickt dieser Kern ein Signal zur Zirbeldrüse. Die Lichtmenge, die registriert wird, ist ausschlaggebend für die Herstellung des Melatonin. Licht unterdrückt die Melatoninproduktion, demnach werden die Melatoningezeiten von der Dauer des Tageslicht beeinflusst. Der Melatoninspiegel ist nachts 10 x so hoch wie am Tag.

Der Einfluss der Zirbeldrüse ist bei Tieren auch sehr tiefgreifend. Im Frühjahr spürt sie, wie die Tage länger werden, was Zugvögeln anzeigt, dass es Zeit ist, auf ihre Frühjahrsreise zu gehen, im Herbst signalisiert sie wieder den Aufbruch. Bei Vögeln befindet sich die Zirbeldrüse dicht unterhalb der Schädeldecke, die ziemlich durchsichtig und damit durchlässig ist. Um auf Kurs zu bleiben, können sich die Vögel auf eine Vielzahl von Hinweisen verlassen, z.B. die Stellung der Sonne und die Zyklen von Tag und Nacht. Es wird sogar vermutet, dass Zugvögel die Veränderungen im elektromagnetischen Feld der Erde wahrnehmen, und zwar durch die Zirbeldrüse, das hilft ihnen zusätzlich, ihren Weg zu finden; so fungiert sie als inneres Navigationssystem.

Bei anderen Tieren auf der Erde löst sie im Herbst, wenn die Tage kürzer werden, das Wachstum des Winterpelzes aus, bei anderen Tieren wiederum stimuliert sie den Organismus, Fett für den langen Winterschlaf anzusetzen. Wenn der Winter zu Ende geht und die Tage länger werden, gibt sie den schlafenden Tieren das Signal zum Aufwachen, indem sie den Stoffwechsel anregt, und der schwere Winterpelz wird in einen leichteren Frühlingsmantel umgetauscht.

 

Was bedeutet die Zirbeldrüse für den Menschen?

Im menschlichen Organismus wird die Zirbeldrüse als der ganz große Regler angesehen, weil sie über das gesamte Drüsensystem, welches wiederum Hormone produziert, wacht. Durch ihren Einfluss auf die endokrinen Drüsen kontrolliert sie Aktivitäten von jeder Körperzelle und beeinflusst solche unterschiedlichen Funktionen wie Fortpflanzung, Körpertemperatur, Infektabwehr, den Schlaf, Wachstum, Entwicklung und Regelung des Altersprozesses.

Wie schafft es die kleine, gerade erbsengroße Drüse, soviel wichtige Funktionen zu übernehmen, die genau das Richtige zur richtigen Zeit tun? 
Sie benutzt Melatonin, um das Gleichgewicht des Körpers aufrecht zu erhalten.

 

Serotonin – Melatonin

Melatonin ist zwar das wichtigste Hormon der Zirbeldrüse, durch das sie ihre vielen Funktionen ausführt, doch ist es nicht der einzige in dieser Drüse vorkommende Stoff, denn ihr Vorläufer ist das Serotonin, welches wiederum mit Hilfe von Vitamin B2 und B6 aus der Aminosäure Tryptophan hervorgeht.

Im Darm befindet sich ca. 90% dieses Neurohormons und es hat dort die Aufgabe, neben anderen hilfreichen Substanzen wie Gallensäuren, dem Hormon Oxytocin u.a., die Peristaltik in Gang zu halten. Im Gehirn vermittelt es Signale zwischen den Gehirnzellen, sorgt für ein gesundes Sättigungsgefühl, Zufriedenheit und Ausgeglichenheit, verringert die Schmerz – sowie Geräuschempfindlichkeit und ist hilfreich bei Alkoholentzug.

Bei Serotoninmangel neigt der Mensch zu Depressionen und zu Schlafstörungen bzw. Schlaflosigkeit, da zuwenig oder kein Melatonin gebildet wird. Ursache für Serotoninmangel kann eine Darm– oder Ernährungsstörung sein, wenn dem Körper zu wenig von der Ausgangssubstanz Tryptophan zur Verfügung steht. 

Ein Serotoninüberschuss verengt die Gefäße, was zu Bluthochdruck, Migräneattacken und Asthmaanfällen führen kann.

 

Aufgaben von Melatonin

Melatonin beeinflusst nicht nur unseren Schlafrhythmus, sondern hat auch einen starken Einfluss auf die Qualität des Schlafes. Von der abendlichen Dunkelheit angeregt, scheidet die Zirbeldrüse Melatonin aus, den Höchststand von Melatonin im Blut findet man zwischen 1 und 5 Uhr nachts. Wenn die Morgendämmerung beginnt und Licht geleitet wird über die Pfade, die sich von der Netzhaut des Auges bis zu dem suprachiasmatischen Kern im Hypothalamus und weiter bis zur Epiphyse ausbreiten, wird die Melatoninproduktion eingestellt.

Somit ist die Fähigkeit der Epiphyse, Licht und Dunkel zu unterscheiden, von eminenter Bedeutung für unseren Lebensrhythmus. Sie ist buchstäblich eine innere Uhr, die über unseren Schlaf-Wachrhythmus wacht.

Im Grunde werden alle Aktivitäten im Körper mit Hilfe von Melatonin geregelt und normalisiert. Es sorgt für normale Hormonspiegel, als Antioxidans schützt es vor freien Radikalen, verlangsamt somit den Alterungsprozess, hält unser Immunsystem kampfbereit und bewahrt die DNA in der Zelle vor Schäden durch freie Radikale, die Krebs auslösen könnten.

 

Melatonin – Cholesterin

Wie Forschungen zeigten, spielt die Epiphyse eine wichtige Rolle bei der Regelung der Cholesterinwerte im Blut. Wenn diese Drüse bei Mensch und Tier erkrankt oder geschädigt wurde, schnellten die Cholesterinwerte und andere Blutfettwerte in die Höhe.

Man hat herausgefunden, dass es, neben vielen anderen Ursachen für Cholsterinerhöhung, mit Melatonin zu tun hat, dem Hormon, das die Ausschüttung der anderen Hormone kontrolliert, also auch der Schilddrüse. Die Schilddrüse bringt zwei wichtige Hormone hervor, T3 und T4, die beide am Zellstoffwechsel und an der Aufschlüsselung und Verwendung von Cholesterin beteiligt sind.

Bei einer Hypothyreose findet man häufig erhöhte Fettwerte im Blut. Werden die Schilddrüsenhormone substituiert, verbessern sich die Blutcholesterin- und andere Fettwerte, wobei das T3 (Trijodthyrosin Hormon) das bedeutend aktivere und stärkere von beiden ist. Melatonin hilft bei der Sezernierung der beiden wichtigen Substanzen T4 und T3 (Umwandlung von T4 in T3 hauptsächlich in der Leber) und steigert bzw. normalisiert die Geschwindigkeit, mit der Körperfette umgewandelt und verbrannt werden.

In Amerika hatte man aus dieser Erkenntnis heraus Patienten mit verfetteten Arterien täglich 5 mg Melatonin verabreicht und der Blutfettspiegel normalisierte sich. Was bei allen Patienten auffallend war – die anormalen Zuckerwerte normalisierten sich ebenfalls und die Schlafqualität verbesserte sich sehr.

 

Melatonin – Blutdruck

Es gibt Hinweise, dass Melatonin gegen hohen Blutdruck schützt. Während des Schlafes, wenn die Zirbeldrüse Melatonin ausschüttet, schlägt unser Herz langsamer und der Blutdruck nimmt etwas ab. Wenn die Melatoninwerte gegen morgen abnehmen, steigt der Blutdruck wieder an.

Wenn Melatonin durch den Blutkreislauf zirkuliert, fließt es auch durch die Nieren, die einen wesentlichen Faktor bei der Blutdruckregulierung darstellen. Die Nieren ihrerseits schütten ebenfalls verschiedene Hormone aus, u.a. Aldosteron und Renin, die die Salzspeicherung, das Blutvolumen und andere Faktoren kontrollieren, welche den Blutdruck beeinflussen.

Melatonin wirkt in der Niere, genauso wie in allen Körperdrüsen, als ein Hormonregulans, indem es die Hormonausschüttung in der Niere kontrolliert und somit den Blutdruck im Gleichgewicht erhält. Betablocker beeinträchtigen nachgewiesenermaßen die Melatoninherstellung. Besonders ungünstig ist es, wenn sie am Abend eingenommen werden, weil sie die nächtliche Steigerung der Melatoninwerte völlig unterbinden.

Die Erfahrung zeigt, dass der hohe Blutdruck mit Melatoningaben von ca. 4-5 mg pro Tag gesenkt werden kann bis die Epiphyse durch stützende Maßnahmen die Produktion wieder selber aufnimmt.

 

Melatonin – Keimdrüsen – Geschlechtsreife

Das Hormon Melatonin, welches wie erwähnt in der Epiphyse aus dem Neurotransmitter Serotonin gebildet wird, hat eine Schlüsselfunktion in der Geschlechtsreife.

In den ersten 10 bis 12 Jahren hemmt dieses Hormon die Tätigkeit der Eierstöcke, sie bleiben ruhig gestellt – und es hemmt die Tätigkeit der Hoden sowie der Prostata beim Jungen.

Erst zu Beginn der Pubertät lässt die von der Natur vorgegebene Überproduktion von Melatonin (was die hemmende Wirkung ausmacht) nach, sodass die Keimdrüsen und die Hypophyse mit ihrer Hormonausschüttung beginnen können.

Dann wird nur noch nachts bei Dunkelheit die Einwirkung von Melatonin auf die Hypophyse gehemmt und die Tätigkeit der Eierstöcke gebremst, Umgekehrt wirkt das Sonnenlicht hemmend auf die Produktion von Melatonin und das Serotonin, welches für Ausgeglichenheit und Zufriedenheit sorgt, herrscht im Gegenzug vor.

Die Produktion von Melatonin lässt gegen Morgen zwischen 5 und 6 Uhr nach, dann übernehmen andere Hormone wie das Aufweckhormon Kortisol die Führung für den Tag. Diese frühe Morgenstunde ist die beste Zeit, um Kinder zu zeugen.

 

Melatonin – Augen

Melatonin kommt hauptsächlich in drei Gebieten des Körpers vor: In der Epiphyse, im Darm, in der Netzhaut sowie Bindehaut und Linse der Augen. Als starkes Antioxidans kann es neben anderen Antioxidantien und Nährstoffen diese Augenabschnitte vor Schäden bzw. Ablösung schützen und die Sehkraft verbessern.

Bei Netzhautablösung denke man aber auch an Störungen der Leber, Gallenblase, Dünndarm und Herz. Diese Organe versorgen energetisch die Netzhaut. Da Melatonin die Aufnahme des wichtigen Spurenelementes Zink aus dem Darm in den Kreislauf fördert, kommt es auch zu weniger Zinkmangelerscheinungen mit den vielfach fatalen Folgen auf unzählige Stoffwechselprozesse, Wundheilungsstörungen, Augenentzündungen, Bindehautablösung, Insulinmangel (Zink ist das Zentralatom von Insulin) mit den Folgen eines gestörten Zuckerstoffwechsel, was sich sehr negativ auf die Augen auswirken kann.

Die Epiphyse ist eine der aktivsten Drüsen im Körper und hat deshalb großen Energiebedarf. Diese Energie bezieht sie aus ATP (Adenosintriphosphat), unserer größten Energiequelle, die aus dem Zitronensäurezyklus in den Mitochondrien hervorgeht. ATP liefert den Zellen der Zirbeldrüse die benötigte Energie, mit deren Hilfe sie das Melatonin synthetisieren und sezernieren kann.

Für jeden einzelnen Prozess braucht der Körper Energie, diese Tatsache wird von uns viel zu sehr übersehen. Wenn die Epiphyse älter wird, wird weniger ATP gebildet, den Zellen geht buchstäblich die Energie aus, es wird weniger Melatonin gebildet und es kann zu den verschiedensten Alterserscheinungen kommen. So ist es günstig, die Epiphyse zu stützen, um altersbedingten Beschwerden entgegenzuwirken, z.B. mit den Präparaten Epiphysis GL und Epiphysis/Plumbum (Fa.Wala), Ney Rapid (Nr.11) und Revitorgan von Fa.VitOrgan.

 

Welche Faktoren schädigen die Epiphyse?

Z.B. beherdete Schneidezähne, zu viele chemische Medikamente [...]

 

Übermäßiger Alkoholgenuss schädigt nicht nur Herz, Leber und Gehirn, sondern erschwert, besonders wenn er vor dem Schlafen eingenommen wird, die nächtliche Melatoninausschüttung, behindert damit die unzähligen regulierenden Kontrollfunktionen, die durch Melatonin gesteuert werden.

Manche Menschen trinken besonders gerne abends Alkohol, weil sie meinen, besser schlafen zu können, meistens wachen sie aber nach ein paar Stunden wieder auf und können dann nicht wieder einschlafen, weil sie die Melatoninausschüttung behindert haben.

Deshalb sollte der abendliche Alkoholgenuss gemieden werden.

Beta-Blocker, Aspirin (wenn abends eingenommen) und Antidepressiva vermindern den Melatoninspiegel.

Bei Schlafstörungen denke man aber auch an Störungen in der Gallenblase und im Gallenblasenmeridian selbst. Nach der Organuhr ist die Hauptzeit der Gallenblase zwischen 23 Uhr und 1 Uhr.

 

Entwicklungsgeschichte der Genitalorgane

Weibliche und männliche Genitalorgane gehen aus derselben geschlechtslosen Anlage hervor. Uranlage der inneren Genitalien sind sog. Genitalfalten, die sich an den Ur-Nierenfalten befinden. In diese Ur-Nierenfalten wandern die ersten embryonalen Geschlechtszellen ein, wo sie sich vermehren.

Seitlich der Genitalfalten verlaufen jeweils zwei Ausführungsgänge, der Müller-Gang und der Wolff-Gang. Die Müller-Gänge verlaufen zur Mitte, wo sie sich zu einem Gang vereinigen.

Beim weiblichen Geschlecht gehen aus den Müller-Gängen die Eileiter hervor, die Gebärmutter und der obere Teil der Scheide, die Wolff-Gänge verkümmern.

Beim männlichen Geschlecht entstehen aus den Wolff-Gängen die Nebenhoden, die Samenleiter, Samenbläschen und Spritzgänge – die Müller-Gänge verkümmern zum sog. Utriculus prostaticus (kleine prostatitische Gebärmutter) als eine Art Blindsack, ein Rudiment von den weiblich organisierten Müller-Gängen. Der utriculus prostaticus liegt zwischen den Einmündungen der Spritzgänge in die Harnröhre im rückwärtigen mittleren Teil der Prostata. Der rückwärtige Drüsenteil der Prostata umfasst einen rechten und linken Lappen, die von männlichen Geschlechtshormonen stimuliert werden; zwischen diesen Lappen ist der Mittellappen, der auf weibliche Hormone anspricht, da er Rezeptoren für weibliche Hormone besitzt. Dass dieser Mittelteil klein bleibt und sich nicht vergrößert, wird durch das Hindurchfließen von männlichen Säften bzw. Sekret bewirkt.

Hauptvertreter der männlichen Geschlechtshormone ist das Testosteron und dessen Aktivform 5 Alpha-Dihydrotestosteron (DHT). Die Testosteron-Sekretionsphase beträgt beim Mann täglich ca. 7 Milligramm (bei der Frau sind es 0,3 Milligramm pro Tag, es wird von den Eierstöcken und Nebennieren produziert).

Nach den Wechseljahren der Frau, wenn weniger Progesteron und Östrogen produziert wird, die Testosteronproduktion aber gleich bleibt, kann es zu einem Testosteronüberhang kommen mit der Ausbildung von männlichen Geschlechtsmerkmalen wie z.B. Bartwuchs und vermehrte Körperbehaarung.

Die Testosteronausschüttung beim Mann wird durch Hormone des Hypophysenvorderlappens geregelt, und die Spermienbildung in den Hoden (bis zu 200 Millionen Spermien können täglich im geschlechtsreifen Hoden gebildet werden) wird wiederum durch das Hormon Testosteron angeregt.

Auffallend beim männlichen Geschlecht ist die Tatsache, dass sich im vorgerückten Alter die Hoden verkleinern und die Prostata vergrößern kann. Warum? 
Die Prostata produziert ein alkalisches Sekret (pH 8,5) und liefert bis zu 40 % der Samenflüssigkeit, sie umspült und durchspült sich selbst mit ihrer eigenen Flüssigkeit, was dem Mittellappen signalisiert, dass es sich um ein männliches Organ handelt.

Was könnte die Sekretproduktion vermindern oder sogar verhindern?
Ernährungsschäden wie zuviel Alkohol, Krankheiten und Alter, Hypophysenschwäche, damit kein Auftrag an die Hoden, Testosteron auszuschütten, was die Spermienbildung anregen und für die Prostata das Signal bedeuten würde, Sekret zu produzieren.

Und jetzt sind wir am entscheidenden Punkt: Wenn die Außenlappen kein Sekret mehr bilden, weil z.B. durch unzureichendes Testosteron keine Samenzellen produziert werden und sie werden laufend neu produziert, im Gegensatz zu den Eizellen im weiblichen Geschlecht, bei dem die Eizellen schon vor der Geburt vorfabriziert in den Eierstöcken ruhen.

Es wird vermutet, dass die laufende Produktion von Samenzellen und das Strömen des Prostatasekrets Signale an den Mittellappen aussendet, dass männliche Prozesse ablaufen, um die im Utriculus prostaticus schlummernde Urerinnerung an eine weibliche Rolle zu unterdrücken. Bleiben die Signale aus, weil die rein männlichen Aktionsprogramme ausfallen, verändert sich der Zustand des Mittellappens, er verdickt sich, d.h. das Gewebe vergrößert sich durch Zellvergrößerung (Hypertrophie) und zwar genau an der Stelle, wo der Harn aus der Blase fließt, der Blasenhals wird immer mehr eingeengt, und am Schluss steht das Harnträufeln.

Dieser Utriculus verselbständigt sich, vergrößert sich, wie wenn er Gebärmutteraufgaben übernehmen müsste – und er verlangt nach Östrogen! Östrogene aus der Naturheilkunde: Brennesselsamen und Bier- oder Bäckerhefe (Bäckerhefe fördert bei Frauen die Feuchtigkeit in der Vagina).
Brennesselsamen mit Eigelb vermischt, erhöht die Wirksamkeit. 
Hefe wirkt auf den männlichen Organismus besonders positiv, da in ihr ein spermiumidentischer Stoff gefunden wurde (chem. identisch = Piperazin). In Hefe also beide Stoffe: das weibliche Hormon Östrogen und Prostata Sekretbestandteil Spermien.

In der „richtigen“ Gebärmutter der Frau wirkt Östrogen auf die Schleimhaut verdickend und gewebevermehrend. In der „falschen“ Gebärmutter, im Mittellappen der Prostata, wirkt Östrogen gewebereduzierend, d.h. wirkt der Wucherung entgegen.

Natürliche Hormonlieferanten für männliche Hormone wie Testosteron: Ingwer und Knoblauch. 

Aus der Homöopathie: Die Pflanze Pulsatilla – nicht nur für Frauen – hat Beziehung zur Hypophyse, indem sie sie anregt, gonadotrope Hormone zu produzieren, die die Tätigkeit der männlichen und weiblichen Keimdrüsen steuern. 


Typisch für die Verwendung von Pulsatilla ist das Verlangen nach Alkohol. Anregend auf die Hypophyse wirkt Vitamin A (in Eigelb und Lebertran enthalten). gonadotropen Effekt hat die Kombination Calcium plus Vitamin B Komplex, zusammen eingenommen am Morgen, Vitamin A + E plus Pulsatilla D12 am Abend.

 

Prostatavergrößerung

Cholesterin ist die Muttersubstanz sämtlicher Steroidhormone (Östrogen, Progesteron, Androgene, Glukokortikoide, Cholecalciferol u.a.), d.h. dass die Sexualhormone beiderlei Geschlechts aus Cholesterin gebildet werden.

Cholesterin wird unter Mitwirkung von Acetyl-Co A hauptsächlich in der Leber und in der Schleimhaut des Darmes gebildet. Bei zu geringer Produktion von Geschlechtshormonen wird zuwenig von der Muttersubstanz Cholesterin verbraucht, was bedeutet, dass der Cholesterinspiegel steigt, sobald z.B. der Testosteronspiegel sinkt.

Die mögliche Folge: verringerte Hodenaktivität und Prostatavergrößerung. Eine Unterfunktion der Prostata kann ähnlich wie eine Schilddrüsenunterfunktion zur Vergrößerung des Gewebes führen.

 

Testosteron

Testosteron kommt bei beiden Geschlechtern in großer Anzahl im Körper vor, der weibliche Körper produziert nur 30 % weniger. Neben dem bekannten Einfluss auf die Geschlechtsorgane beim Mann übernimmt dieses Hormon noch andere interessante Aufgaben.

  1. Testosteron hat eine positive Wirkung auf das anatomische Nervensystem, es verdickt und verstärkt die Myelinscheiden, d.h. die Umhüllung der Achsenzylinder der Nervenzellen, dieser hauchdünnen Neurofibrillen, die die Informationen zwischen den Nervenzellen weiterleiten.
  2. Testosteron sorgt für ein gutes Gedächtnis, klaren Verstand und Entschlossenheit.
  3. Testosteron hat eine positive Wirkung auf die Psyche. Ein großer Teil des Testosterons wird im Gehirn in sein weibliches Pendant, nämlich Östradiol umgewandelt. Die antidepressive Wirkung, die den Sexualhormonen zugesprochen wird, ist hauptsächlich dem Östradiol zu verdanken. Bei depressiven Männern ist meistens der Testosteronspiegel erniedrigt. Bei guten Nachrichten steigt der Testosteronspiegel, bei schlechten Nachrichten sinkt er.
  4. Bei ausgeglichenem Spiegel ist die Schlafqualität gut (sofern nicht andere Faktoren verantwortlich sind), wenn nicht, besteht die Neigung zu Schlafstörungen.
  5. Bei zu geringer Androgenproduktion gerinnt das Blut schneller, sodass das Thromboserisiko steigt. Die Konzentration von HDL sinkt.
  6. Die Wände der Blutgefässe und damit auch der Gehirnarterien können sich bei Mangel verändern bzw. verhärten, sodass das Risiko für Bluthochdruck und Hirnblutungen zunimmt. Wenn Gehirnarterien degenerieren, werden sie natürlich nicht mehr genügend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, sodass auch die Gedächtnisleistung allein durch diesen Mangel abnimmt. Bei Hypertonikern ist erfahrungsgemäß der Testosteronspiegel um ca. 30 bis 40 % niedriger als normal, denn es fehlt ein großer Prozentsatz von der entspannenden Wirkung auf die Arterienwände generell, einschließlich der Aorta und der Herzkranzgefäße.
  7. Im Innern der Herzzellen stimuliert Testosteron die Produktion von Proteinen, ohne die Leben nicht möglich wäre.
  8. Beim Knochen- und Muskelaufbau spielt Testosteron auch eine bedeutende Rolle, allerdings im Verbund mit anderen Hormonen wie Östrogen, Progesteron, STH (somatotropes Hormon), Insulin und dem Wirkstoff Silicea.

Bei der Adipositas (Fettsucht) wird Testosteron nicht mehr genügend gebildet, dadurch sinkt auch der STH Spiegel.

Eine Person mit STH- und Androgenmangel wird immer stressempfindlicher, nervös und kann in ständiger Alarmbereitschaft sein. Dadurch wird die Nebenniere überstimuliert und eine Überproduktion von Adrenalin und Kortisol kann die Folge sein. Bei zuviel Kortisol im Blut wird die Schilddrüsenproduktion gedrosselt, zuviel Salz und Wasser im Körper zurückbehalten, das Gesicht wird rund und aufgedunsen. Fettpolster können sich im Nacken bilden und der Blutdruck kann steigen.

Bei der Frau wirkt sich ein normaler Testosteronspiegel positiv auf die Psyche aus, denn er sorgt für Selbstsicherheit und Durchhaltevermögen in schwierigen Situationen.

 

Die Wechseljahre des Mannes

Die Wechseljahre des Mannes ähneln denen der Frau, sind nur viel schleichender.

Es können ab dem 50. Lebensjahr folgende Symptome auftreten: Gereiztheit, Nervosität auch bei kleinen Belastungen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, und Vergesslichkeit. Die Erholungsphasen nach Krankheiten dauern länger als früher.

Ab ca. dem 45. Lebensjahr beginnt der Testosteronspiegel zu sinken, jährlich um etwa 1,2 %. Ausdauer und Kraft lassen dann ganz langsam nach. Sichtbare äußere Zeichen können Blässe im Gesicht sein und das Fettgewebe um Taille und Bauch kann sog. Rettungsringe bilden.

Wie immer bei Mangel an Geschlechtshormonen steigt kompensatorisch der Cholesterinspiegel (LDL), die Gefahr eines Herzinfarkts steigt. Negativ wirkt sich auch der zunehmende Abbau des Hormons DHEA aus. Fehlen alle 3 Hormone: DHEA, Östrogene und Testosteron, können starke Depressionen auftreten, auch wenn der Serotoninspiegel normal ist.

Therapie: besonders vorbeugend zu empfehlen ist Bewegung wie Joggen, Radfahren, Schwimmen etc. Durch Bewegung wird eine erhöhte Ausschüttung von Sexualhormonen erreicht.

 

Hormone und Haare

Östrogene und männliche Hormone, z.B. Testosteron bestimmen vorrangig die gesamte Ausprägung des männlichen Haarwuchses bei Mann und Frau, wobei die Hormonproduktion einiger endokriner Drüsen die wesentliche Rolle spielt. Z.B. hat die Hypophyse großen Einfluss auf die Qualität und auch auf das Wachstum der Haare.

Wenn der Hypophysenvorderlappen das zwischenzellstimulierende Hormon (ICSH) in zu geringem Maße produziert, wird die Testosteronproduktion in den Leydigschen Zwischenzellen in den Hoden des Mannes reduziert sein.

Wird bei der Frau das luteinisierende Hormon (LH) im Hypophysenvorderlappen ungenügend gebildet, sinkt die Östrogenproduktion in den Eierstöcken.

Diese Hormonstörungen können bei beiden Geschlechtern neben vielen anderen Symptomen auch Störungen des Haarwuchses auslösen.

Ursachen für die Hypophysenschwäche können sein:

  • Beherdungen der Keilbeinhöhle durch Grippeviren oder Bakterien, deren Toxine durch die dünne Knochenlamelle in die Hypophyse wandern und sie in ihrer Tätigkeit stören
  • ferner die Gifteinwirkung von Quecksilberamalgam im Zahnbereich,
  • beherdete oder impaktierte Weisheitszähne,
  • Alkoholmißbrauch,
  • chronischer Unterzucker durch Ernährungsfehler, aber auch Diabetes kann das Haarwachstum behindern.
  • Eine Unterfunktion der Nebennieren, der Zona reticularis, in der Östrogene und Androgene gebildet werden, führt häufig zu starkem Haarausfall und Haarentwicklungsstörungen.
  • Auch an die Schilddrüse denken: Eine Überproduktion der Thyroxin Hormone T3 und T4, ausgelöst durch einen erhöhten TSH Spiegel des Hypophysenvorderlappens, kann den Stoffwechsel der Haarwurzeln negativ beeinflussen und zu starkem Haarausfall führen.

Hormonell bedingten Haarausfall kann man recht gut mit homöopathischen Nosoden und Zellaktivatoren behandeln. Es werden körpereigene Stoffe verwendet, z.B. Hypophysis anterior (Wala), Testosteron D6, Östrogen D6 oder D30, je nach Indikation.

Durch die unterschiedlichen Potenzen, je nach Bedarf, wird der Organismus angeregt, seine hormonellen Produktions- und Kontrollabläufe zu überprüfen und zu korrigieren.

Katalysatoren des Zitronensäurezyklus (Fa. Heel) verbessern die Oxydationsabläufe in den Zellen, sodass gerade Hormonstörungen durch diese Anregungen in der Zelle verbessert werden und die damit verbundenen Haarprobleme ein Ende haben können.

 

Progesteron – Östrogen

Ungefähr 12 Tage nach Beginn der vorherigen Regel steigt der Östrogenspiegel bei der Frau bis zum Zeitpunkt an, an dem das Follikel reif wird und der Eisprung bevorsteht. Zur Zeit des Eisprungs wird aus dem Follikel das sog. Corpus luteum, ein kleiner, gelblicher Körper an der Oberfläche des Eierstocks.

In diesem Corpus wird das Hormon Progesteron produziert, das in der 2. Hälfte des vierwöchigen Zyklus dominiert, und das die Aufgabe hat, die Gebärmutterschleimhaut für eine mögliche Eibefruchtung vorzubereiten. Die hohe Produktion von 20-30 mg pro Tag an Progesteron zeigt die Empfängnisfähigkeit an und bewirkt eine Erhöhung der Körpertemperatur von ca. 1 Grad.

Diese Flut von 20-30 mg Progesteron hat die Aufgabe, den Eisprung im anderen Eierstock zu blockieren. Deshalb kommen bei 300 Schwangerschaften, statistisch gesehen, nur 1 x zweieiige Zwillinge vor.

Wenn keine Schwangerschaft innerhalb der nächsten 10-12 Tage eingetreten ist, fällt der Östrogen- und Progesteronspiegel wieder ab, und die von beiden Hormonen induzierte aufgebaute sekretorische Gebärmutterschleimhaut wird mit Hilfe der Regel abgestoßen.

Wenn eine Schwangerschaft zustande kommt, erhöht sich automatisch die Progesteronproduktion, damit die für die Eiaufnahme vorbereitete Schleimhaut sich nicht abstößt und der sich entwickelnde Embryo erhalten bleibt. Mit Fortschreiten der Schwangerschaft wird die Progesteronproduktion von der Plazenta übernommen und die Sekretion im letzten Schwangerschaftsdrittel langsam bis auf 400 mg pro Tag erhöht.

Der synchrone Rhythmus dieser beiden Hormone – Östrogen und Progesteron – wird von zwei Hormonen aus der Hypophyse kontrolliert, nämlich von den gonadotropen Hormonen FSH (follikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon):

  • FSH veranlasst den Eierstock, Östrogene herzustellen, bringt die Follikel zur Ausreifung und sensibilisiert gleichzeitig die Follikelrezeptoren, damit sie das luteinisierende Hormon aufnehmen können.
  • LH bewirkt in der Folge die Auslösung des Eisprungs und regt das Corpus luteum an, Progesteron zu synthetisieren.

Beim Mann regt das Hormon LH das Wachstum der Leydig Zwischenzellen des Hodens und die Synthese von männlichen Geschlechtshormonen an, besonders von Testosteron.

Welches Organ bewirkt bei der Frau das synchrone Wechselspiel von FSH und LH?

Es ist der über der Hypophyse im Gehirn liegende Hypothalamus, der den Östrogen- und Progesteronspiegel im Serum überwacht. Wie ein geschickter Zeitplaner schickt er, immer termingerecht, bei einem gesunden Menschen ein sog. gonadotropinfreisetzendes Hormon (GnRH) zur Hypophyse und fordert sie zur Freisetzung von FSH und LH auf.

Ohne das Zusammenspiel der Hormone gibt es keinen Eisprung, ohne Eisprung kein Corpus luteum, ohne Corpus luteum kein Progesteron und ohne Progesteron gibt es kein Überleben des befruchteten Eies, da ein Mangel zum Verlust der unterstützenden Gebärmutterschleimhaut führt. Die Folge wäre der Abgang des Eies oder später des Fötus.

Progesteron wird zwar hauptsächlich in den Eierstöcken produziert, und zwar bei den Frauen, bei denen noch der Eisprung stattfindet, aber auch in kleinen Mengen in der Nebenniere bei beiden Geschlechtern und beim Mann noch zusätzlich in den Hoden.

Weitere Aufgaben von Progesteron im Überblick:

  1. Schützt die Herzarterien vor Krämpfen. Im Gegensatz zum Mann sind die Herzarterien sehr selten verschlackt, deshalb treten Herzanfälle bei der Frau, wenn überhaupt, erst in den Wechseljahren auf, wenn die Hormonproduktion sinkt. Natürliches Progesteron ist ein wirksames Mittel gegen diese Form der arteriellen Erkrankung.
  2. entspannt die Psyche, deshalb wird es das Hormon des inneren Friedens genannt.
  3. Schützt neben anderen Substanzen wie Omega 3 Fettsäuren etc. die Nervenzellen im Gehirn vor degenerativen Prozessen.
  4. Eine Stress – bzw. altersbedingte Abnahme der Leistungsfähigkeit der Thymusdrüse, sowie deren Verkleinerung im Alter, lässt sich durch die Einnahme von natürlichem Progesteron bei Mann und Frau verhindern.
  5. erhält das sekretorische Endometrium,
  6. schützt vor fibrozystischer Mastopathie,
  7. hilft Fett in Energie umzuwandeln,
  8. fördert die Diurese,
  9. fördert die Verwertung von Schilddrüsenhormonen,
  10. wirkt der Blutgerinnung entgegen,
  11. hilft, den Zink – und Kupferhaushalt zu normalisieren,
  12. stellt einen normalen Sauerstoffspiegel her,
  13. schützt vor Gebärmutter– und Brustkrebs,
  14. schützt vor Osteoporose, indem es die Osteoblastentätigkeit stimuliert.

Neben den bisher erwähnten Aufgaben von Progesteron finden wir noch weitere wichtige Bedeutungen, und zwar durch seine Rolle in der Biosynthese von Steroidhormonen.

Diese Hormone nehmen eine Schlüsselposition als Vorläufer der Nebennierenhormone und der Geschlechtshormone Testosteron und Östrogen ein. Die Biosynthese der Steroidhormone beginnt mit der Umwandlung von Cholesterin in Pregnenolon, daraus leitetet sich Progesteron ab, das wieder zu anderen Molekülen umgewandelt wird, z.B. Kortisol usw.

Der sich ständig wiederholende Zyklus der Steroidsynthese bis zum Abbau in der Leber ist das Ergebnis von Enzymaktivitäten, die ihrerseits wieder vom Hypothalamus überwacht und gelenkt werden. Jedes Enzym hat nur eine Aufgabe, wie z.B. eine chemische Verbindung in bestimmte Moleküle aufzuspalten, diese zu verändern, z.B. 1 Sauerstoff- oder Wasserstoffatom hinzuzufügen oder zu entfernen, damit eine neue Verbindung mit neuen Funktionen entstehen kann. Das Molekül, an dem das Enzym seine Aufgabe ausführt, muss haargenau zu dem Enzym passen, es muss eine molekulare Übereinstimmung vorhanden sein, sonst kann die Transformation von einer Verbindung zur nächsten nicht gelingen.

Auf physischer und psychischer Ebene gibt es bei uns Menschen ständig Veränderungen, und das hormonelle System muss sich ständig den neuen Situationen und Bedürfnissen anpassen, und wenn die Hormone nicht mehr gebraucht werden, müssen sie wieder verstoffwechselt, bzw. abgebaut und aus dem Körper entfernt werden. Der Abbau von Steroidhormonen ist ein ständiger Prozess in der Leber. Bei einem gesunden Menschen verlaufen die Transformationsprozesse ganz natürlich und harmonisch. Dieser Prozess kann aber durch synthetische Hormone wie die verschriebenen synthetischen Progestine und Östrogene gestört werden. 


Warum ? 
Bei der pharmazeutischen Herstellung werden an ungewöhnlichen Stellen der Molekülstruktur Atome zugefügt, die den physiologischen Ablauf verändern, d.h. der normale Stoffwechsel wird verhindert und die Aktivitätszeiten verlängert. Handlungsabläufe, wie sie z.B. von natürlichem Progesteron ausgehen, finden nicht mehr statt, und die veränderten molekularen Formen können nicht mehr vom Enzymsystem erkannt und damit kontrolliert und transformiert werden. Der natürliche Umwandlungsprozess stockt, was die vielen Hinweise zu den Nebenwirkungen in den Beipackzetteln von künstlichen Hormonen erklärt.

 

Prämenstruelles Syndrom und Progesteronmangel

Zu den Symptomen gehören das Gefühl, aufgeschwemmt zu sein, Gewichtszunahme Wassereinlagerungen im Unterhautzellgewebe, Rückenschmerzen, Anschwellen und Empfindlichkeit der Brust, Nachlassen der Lust auf Sex, Reizbarkeit und Müdigkeit, die Symptome ähneln denen, die bei Nebenwirkungen von synthetischen Östrogenen beschrieben werden.

Ursache ist in den meisten Fällen das Ausbleiben des Eisprung, dadurch keine oder zuwenig Progesteronbildung. Wann kann der Eisprung ausbleiben? Z.B. bei arbeitsmäßigem und psychischem Stress.

Stress beeinflusst das Funktionieren des Hypothalamus bzw. die Auswirkung seiner Kontrollfunktion. Bei Mangel an Progesteron kommt es zur Behinderung der Kortisolsynthese in der Nebennierenrinde und mit Hilfe von Kortisol reagieren wir bekanntlich besser auf Stresssituationen. (Bei Ausfall von Progesteron wird Kortisol über die DHEA Schiene synthetisiert).

Gravierende Ernährungsfehler, ständiger Unterzucker, Alkohol oder genetische Defekte können ebenfalls die Funktion des Hypothalamus stören.

Mit dieser Therapie erreichen wir oft wieder ein Östrogen-Progesteron-Gleichgewicht, sodass die Symptome, verursacht durch die Östrogendominanz, verschwinden.

 

Mykosen (Pilze) - Progesteron - Östrogen

Medikamente z.B. Antibiotika, Ernährungsfehler wie zu viele Süßigkeiten, stark hefehaltiges Brot uvm. begünstigen das Auftreten von Mykosen. Dadurch wird das hormonelle Gleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron beeinträchtigt. Eingenommenes Progesteron wird bevorzugt von Hefepilzen im Darm abgebaut, bevor es überhaupt zur Wirkung (über das Blut zu den Organen) kommen kann. Da dies je nach Nahrungszufuhr unregelmäßig geschieht, entsteht ein ständig wechselndes Ungleichgewicht zwischen Östrogenen und Progesteron, was schwer behandelbar ist, wenn nicht die zu Grunde liegende Pilzerkrankung beseitigt wird.

Ernährung: Menschen, die Mischkost essen, also auch Fisch und Fleisch, verfügen über 30% bis 40% mehr Sexualhormone als reine Vegetarier. Durch Fleischnahrung nimmt die Konzentration an Sexualhormonen (Östrogene, Progesteron, Androgene) und damit erfahrungsgemäß auch die Fruchtbarkeit zu.

Tierisches Eiweiß sollte aber nicht nach 17 Uhr gegessen werden, fault bereits im Magen, da gegen Abend die Salzsäurebildung nachlässt, welche zur Vorverdauung von Eiweiß nötig ist.

Tagsüber sollte kein tierisches Eiweiß mit Obst zusammen gegessen werden (Gärung).

 

Östrogen

Normalerweise bringt man den Begriff Östrogen mit Fortpflanzung und Überleben des Fötus in Verbindung. Die verschiedenen Wirkungen der in den Eierstöcken und zum Teil in den Nebennieren gebildeten Östrogene reichen aber viel weiter. U.a. sind Östrogene beteiligt and er Entstehung der weiblichen Körperformen und an der Stimulierung von Gebärmutter und Brust. Von den Östrogenen stimuliert das Östradiol die Brust am stärksten, das Östriol am wenigsten. Das Östriol kümmert sich um die Harnblase, Scheide und Muttermund.

Aber in den 80er Jahren fand man heraus, dass das Östradiol das Brustkrebsrisiko erhöht, während das Östriol davor schützt. Das synthetische Äthinylöstradiol, das häufig zur Schwangerschaftsverhütung eingesetzt wird, kann das Brustkrebsrisiko noch mehr erhöhen, weil es im Körper besonders langsam verstoffwechselt und ausgeschieden wird.

Bei Östrogenersatz bzw. Östrogensubstitution ist das Hormon aus Pflanzen immer vorzuziehen.

 

Östrogene als Neurotransmitter

Nach ihrer Entstehung reist ein großer Teil der Östrogene aus den Eierstöcken in den Blutkreislauf. Dort verändern sie sich etwas, bekommen in einer neuen Form neue Funktionen und können sogar die Blut-/Hirnschrank überwinden, um dort als biologische Boten bzw. als Neurotransmitter die verschiedensten Gehirnleistungen zu beeinflussen. Zum Beispiel :

  1. fördern sie die Freisetzung von Gonadotropin im Hypothalamus,
  2. beeinflussen sie positiv die verschiedenen Schlafzentren im Gehirn, sodass der Schlaf verbessert und die Traumphasen verlängert werden können
  3. verbessern sie die Gedächtnisfunktionen
  4. entspannen und beruhigen die Psyche
  5. fördern die Proliferation der Gebärmutterschleimhaut und stimulieren die Brustdrüsen
  6. erhöhen den Fettgehalt im Körper
  7. halten Haut – und Schleimhäute feucht
  8. sorgen für Festigkeit von Sehnen und Bändern besonders im Urogenitalbereich
  9. interagieren mit den Schilddrüsenhormonen und schränken durch einen bestimmten Mechanismus die Tätigkeiten der Osteoklasten leicht ein.

Natürliche Östrogene in der Natur: Lauch, Broccoli, Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Karotten, Zwiebeln, Fenchel, Knoblauch, Wurzeln und Samen der Brennessel, Datteln, Papaya, Beeren (z.B. schwarze Johannisbeeren)

Der Granatapfel (Punica granatum) gehört zu den stärksten Östrogenbildnern, Rotweinphenole können die Wirkung von Östrogenen teilweise nachahmen.

In der unveränderten Form d.h. so wie die Östrogene in den Ovarien und Nebennieren gebildet werden, schützen sie, genauso wie Progesteron und Testosteron die Gehirn– und Herzarterien vor Krämpfen.

 

Vagina, Uterus, Harnblase und Schließmuskelschwäche bei Östrogenmangel

Bei chronischem Östrogenmangel schrumpfen die Epithelzellen der Scheide bei der Frau, die Wandauskleidung wird dünn und brüchig, Scheidenentzündungen sind häufig. Auch ohne bakteriellen Befall können Beschwerden wie Jucken und Brennen auftreten und unbehandelt kann die Scheide verkleben. Wenn sie sich senkt, kann sie dabei die benachbarte Harnblase mit runter ziehen. Die Folgen sind schmerzhafte Blasenentleerungen und unwillkürliche Harnabgänge.

Blase und Vagina sind den gleichen hormonellen Einflüssen unterworfen. Der Schließmuskel der Blase braucht Östrogen, um richtig funktionieren zu können, beide Organe stammen aus der gleichen embryonalen Anlage. Nicht nur die Schleimhäute von Scheide, Blase und Harnröhre bleiben durch den Einfluss von Östrogen stabil, sondern auch die Elastizität und Festigkeit der Muskeln und Bändern im kleinen Becken bleiben fest, sodass Blase und Uterus in der richtigen Lage bleiben.

Zum Thema Östrogen kann auch die sog. Dranginkontinenz zählen, es kann sich dabei um eine Nervenstörung handeln, bei der unkoordinierte Impulse entstehen, die die Blase irritieren und eine Dauerkontraktion auslösen. Natürliches Östrogen beruhigt die Blasennerven.

Von den drei wichtigsten natürlichen Östrogenen ist wie schon erwähnt das Östriol für Scheide und Blase das effektivste und aktivste. Ein halbes Milligramm Östriol–Scheidenzäpfchen ist sehr wirkungsvoll auch für die Blase, denn es strömt von der Vagina in die Blase, gleichzeitig stärkt es das gesamte Gewebe in diesem Bereich. Das geschrumpfte und dünner gewordene Bindegewebe von Scheide und Blase kann sich regenerieren. Östriolzäpfchen wirken lokal und gehen nicht in das Blut über, können also nicht von der Leber abgebaut werden.

 

 

Östrogene – Muskulatur

Die gesamte Muskulatur kann nach der Menopause erschlaffen. Die Einnahme von synthetischen Östrogenen kann dies sogar verschlimmern, denn diese lagern sich in der Leber ab und regen sie erfahrungsgemäß gleichzeitig an, ein Übermaß an Eiweiß in das Blut abzugeben. Dieses zuviel an Eiweiß bindet sich an bestimmte Hormone und inaktiviert sie. Zu solchen inaktivierten Hormonen gehören die Androgene, die aber für den Muskelaufbau unbedingt notwendig sind.

 

Wechseljahresbeschwerden der Frau

In den Jahren vor der Menopause kommt es häufig nicht mehr zum Eisprung in der Mitte des Zyklus. In den heranreifenden Follikeln wird zwar noch ausreichend Östrogen produziert, durch den fehlenden Eisprung kommt es aber nicht zur Progesteronsynthese. Die unvermeidbare Folge ist eine Östrogendominanz sowie ein Progesteronmangel.

Die Symptome reichen von Schleimhautwucherung, Brustanschwellung, Kopfschmerzen, Neigung zu Ödemen bis zu Depressionen. Mit fortschreitendem Alter reduzieren sich die Follikel im Eierstock immer mehr, bis kaum noch Östrogene produziert werden und der Östrogenspiegel sinkt.

Jetzt schüttet der Hypothalamus, der den Östrogenspiegel kontrolliert, stoßweise das Gonadotropin Releasing Hormon (GnRH) aus, um mit Hilfe des Gonadotropin aus der Hypophyse die Follikelzellen zu stimulieren, mehr Östrogen zu produzieren. Diese Hyperaktivität des Hypothalamus führt zu immer wieder auftretenden vasomotorischen Veränderungen, die z.B. fliegende Hitze und massive Schweißausbrüche bewirken.

Beruhigende Wirkung auf den Hypothalamus hat das Organpräparat Hypothalamus 

Vor allem bei dem Vorklimakterium relativ junger Frauen und nach jahrelanger Einnahme der Antibabypille ist es sinnvoll, die körpereigene Hormonproduktion so lange wie möglich anzuregen, anstatt dem Hormonsystem durch Substitution die Arbeit abzunehmen.

In der Natur gibt es eine ganze Reihe von Pflanzen, die die Keimdrüsen anregen, z.B. Cimicifuga, Basilikum, Beifuß, Raute, Angelika, Damiana oder Rosmarin. Besonders nach Absetzen der Antibabypille sollte man an Beifuß denken (Artemisia vulgaris), als Tee genommen hat Beifuß auch einen stark entgiftenden Effekt uvm.

 

Östrogene und Osteoporose

Zur Physiologie der Knochen: Knochen sind lebendes Gewebe, wachsen in der Pubertät mit dem Körper mit, heilen, wenn sie gebrochen sind und erneuern sich das ganze Leben hindurch ständig, im Gegensatz zu den Zähnen.

Bei den knochenbildenden Zellen (Osteozyten) wird zwischen Osteoklasten und Osteoblasten unterschieden. Osteoklasten wandern fortlaufend durch das Knochengewebe und suchen das Gebiet nach überalterter Knochensubstanz ab, sie resorbieren die alte Knochensubstanz und hinterlassen dabei winzige unausgefüllte Löcher, in die in einem wunderbaren Zusammenspiel, die die Natur eingerichtet hat, die Osteoblasten hineinwandern um dort neues Knochenmaterial zu produzieren.

Der Zustand unserer Knochen ist während des ganzen Lebens das Ergebnis des Gleichgewichts zwischen Knochenabbau und Knochenaufbau.

Osteoporose entsteht durch erhöhte Osteoklastentätigkeit, d.h. mehr Knochenresorption durch Osteoklasten als Knochenbildung durch Osteoblasten. Ursachen, die zum Knochenabbau führen können sind zum Beispiel:

  • Niereninsuffizienz,
  • Vitamin D3 Hormonmangel,
  • Mangel an Cholesterin, Progesteron, Östrogen, Testosteron, Phosphor, Calcium sowie Magnesium,
  • Fehler in der Ernährung,
  • Übersäuerung uvm.

Der Knochenabbau bei Frauen beträgt ca. 1 % pro Jahr ab dem 35. Lebensjahr, in den Wechseljahren ist der Knochenmasseverlust für ca. 5 Jahre auf 3 bis 5 % erhöht, danach liegt der Verlust wieder bei ca. 1 % pro Jahr.

 

Was hat dieser Vorgang mit Hormonen zu tun?

Progesteron, Testosteron und Kortikoide aus der Nebennierenrinde haben dieselben Rezeptorstellen wie man sie in den osteoblastischen Knochenzellen gefunden hat. Auch wenn alle drei Hormone an den gleichen Rezeptoren der Osteoblasten andocken, ist der Handlungsverlauf unterschiedlich, der von den Hormonen in Gang gesetzt wird. Progesteron und Testosteron stimulieren die Neubildung durch die Osteoblasten, die Kortikosteroide schalten die Knochenneubildung wieder ab, wenn es genug ist.

So ist die Funktion eines jeden Hormons abhängig von seiner ganz spezifischen molekularen Zusammensetzung. Minimale Unterschiede in der Molekülstruktur bewirken ganz verschiedene Funktionen. Forschungen haben ergeben, dass ein Östrogenmangel die weißen Blutkörperchen anregt, vermehrt Interleukin 6 zu produzieren (Interleukine sind Kommunikationsproteine der Immunregulation), was das Wachstum der Osteoklasten stimuliert, wodurch die Knochenresorption erhöht wird.

Fazit: Die Anwesenheit von Östrogen sorgt dafür, dass der Knochensubstanzabbau durch die Osteoklasten nicht zu schnell vonstatten geht, verlangsamt also den Osteoporoseprozess, kann aber den Prozess nicht umkehren, das kann nur das natürliche Progesteron, dadurch dass es die Knochenneubildung durch die Osteoblasten stimuliert.

Östrogen allein kann nicht vor Osteoporose schützen, wenn nicht gleichzeitig Progesteron gegeben wird, das u.a. für den Knochenneubau sorgt.

Erfahrungen haben gezeigt, dass nach der Menopause, während der normalerweise immer noch etwas Östrogen gebildet wird, häufig allein das über die Haut eingeriebene Progesteron, im Verbund mit Mineral- und Vitamingaben sowie ausreichender Bewegung genügte, um einen begonnenen Osteoporoseprozess wieder rückgängig zu machen.

Damit die Knochenneubildung gut verläuft, müssen noch weitere Faktoren berücksichtigt werden als nur Östrogen oder Progesteron. Calcium z.B. spielt eine wichtige Rolle bei der Knochenneubildung, ca. 98 % befindet sich in den Knochen zur Knochenmineralisierung und als Calciumreservoir. Aus dem Reservoir kann jederzeit Calcium abgezogen werden, wenn der Calciumgehalt im Serum erniedrigt ist. Dieser Vorgang wird durch das Parathormon der Nebenschilddrüse gesteuert, die für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts sorgt.

Bei einer Fehlfunktion in der Nebenschilddrüse, z.B. einer Überfunktion, wird Calcium zu stark aus den Knochen herausgelöst, dadurch ist zuviel im Blut, es kann zu Ablagerungen im Bindegewebe kommen. Zur Aufnahmefähigkeit von Calcium in den Körper benötigt man genauso wie für die Aufnahme von Eisen zu deren Ionisierung genügend Salzsäure (HCl) und zusätzlich Vitamin D3.

Bei älteren Menschen ist häufig zu wenig Magensäure vorhanden, das bedeutet, dass sie zu wenig Calcium aufnehmen können. Es wäre sinnvoll, die Salzsäurebildung zu aktivieren z.B. mit Amaratropfen, Enzynorm Tabl. (Fa. Nordmark), Natrium chloratum D6, Zink und Vitamin B6. Bei zuwenig Salzsäure hat sich zur Substitution die Einnahme von Calciumcitrat bewährt.

Der Einbau von Calcium in die Knochen wird von Enzymen mitgesteuert, die aber ihrerseits Magnesium als Co-Katalysator brauchen. Ist neben Phosphor das  dritte wichtigste Mineral für die Knochen, nämlich Magnesium nicht ausreichend vorhanden, wird Calcium ebenfalls ungenügend in die Knochen eingebaut, es lagert sich an den Sehnenscheidenansatzstellen und an den Gelenken an. So kann es zu Sehnenscheidenentzündungen und Gelenkentzündungen kommen.

 

Phosphor

Phosphor ist der zweitwichtigste lebensnotwendige Mineralstoff für Zähne und Knochen. Das Verhältnis von Phosphor zu Calcium sollte 1,3 zu 1 sein. Wenn der Phosphoranteil im Blut sehr viel höher ist als der Calciumanteil, erhöht sich automatisch die Zahl der Osteoklasten, denn in einem Rückkoppelungseffekt zur Nebenschilddrüse schüttet diese zuviel Parathormon aus, was die vielen Osteoklasten zu vermehrter Tätigkeit anregt. Und zwar veranlasst das Parathormon bei einem hohen Phosphorüberschuss im Organismus die Osteoblasten, die wie schon erwähnt nur für den Knochenaufbau zuständig sind, Stoffe freizusetzen, die die Osteoklasten zur Knochenresorption anregen. Dies kann der Anfang einer Stoffwechselstörung in den Knochen sein.

Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier, Nüsse sind reich an Phosphor.

 

Vitamine

Das in der Leber und den Nieren umgewandelte Vitamin D zu Vitamin D 3 Hormon ist für den Transport von Phosphor und Calcium vom Verdauungstrakt in das Blutplasma wichtig. So trägt Vitamin D3 zur Knochenmineralisierung bei. Voraussetzung ist eine gesunde Leber – und Nierenfunktion.

Vitamin A: notwendig für die Synthese und Reparatur sämtlicher kollagenhaltiger Strukturen, auch der quergestreiften, einschließlich Knorpel und Knochen. Tagesdosis 2 gr., immer in Verbindung mit dem Spurenelement Zink.

Vitamin K: wichtig für die Blutgerinnung und für die Erhaltung der Knochensubstanz. Vitamin K reduziert die Calciumausscheidung.


Daniela Keller [Tools-of-Life.at] ist mit Fokus auf Stressreduktion, Integrative Körperarbeit, Energetische Psychologie (EDxTM), Kinesiologie , Ernährung u. Entgiftung seit 1990 in eigener Praxis in Wien tätig.  In der Einzelarbeit, Spezialisierung auf diffuse und komplexe Krankheitsbilder, wie Allergien, Autoimmun-Krankheiten, chronische Erschöpfung und trauma-sensitive Begleitung. Zu Ernährungsthemen finden Vorträge und eine Ernährungs-Sprechstunden statt.

 

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