Schwermetallausleitung und Homöopathie

Wie ausleiten?

Autor: Daniela Keller, Tools-of-Life.at, 18.10.2012

 

In den letzten Jahren kamen immer mehr Klienten in meine Praxis, bei denen ich Symptome einer Schwermetallvergiftung festgestelle. Gleichzeitig stellt sich die Frage: "Wie ausleiten?"

 

Nachdem ich mich mit den verschiedenen Ansätzen der Ausleitung intensiv beschäftigt habe, musste ich feststellen, dass dieser Bereich zu den wohl schwierigsten und komplexesten heilerischen Themen gehört. Es bedarf einer soliden und in der Praxis erprobten Erfahrung -> reality check <- um effizient und möglichst ohne Nebenwirkungen auszuleiten und zweitens muss jeder Klient individuell betreut werden, da die individuellen Faktoren bei der Fähigkkeit Gifte auszuscheiden eine essentielle Bedeutung beikommt. Die individuelle Verfassung des Klienten steuert und bedingt den gesamten Entgiftungs-Prozess.

 

Und dann wird mir immer wieder die Frage gestellt: "Kann ich homöopathisch ausleiten?"

 

Hier möchte ich dem bekannten deutschen Heilpraktiker und Homöopathen Heinz Pscheidl zu Wort kommen lassen, der sich gegen eine homöopathische Ausleitung ausspricht. Seiner Haltung schliesse ich mich an, denn sie entspricht auch meinen Erfahrungen. Ich musste mehrere schwermetallvergiftete Klienten begleiten, bei denen versucht wurde homöopathisch auszuleiten und deren Symptome sich nicht nur ernsthaft verschlimmert haben - das ist keine Erstverschlimmerung - sondern, die dadurch auch akut geschwächt wurden, was meines Erachtens für Vergiftete ein unzumutbare Zusatzbelastung darstellt.

 

Heilpraktiker Heinz Pscheidl schreibt als Patienteninformation:

"Wer 'intakte' Amalgamfüllungen lieber im Mund seiner Patienten beläßt, weil er/sie glaubt, diese würden erst giftig beim Herausnehmen, unterschätzt diesen hochgefährlichen Füllungsstoff und die durch ihn hervorgerufene schleichende Vergiftung.

Es gibt ein Gesetz der Toxikologie, das da lautet: Der Beginn der Schädigung infolge einer Noxe wird bestimmt durch das Produkt. Giftkonzentration x Einwirkungsdauer.

Eine geringfügige, aber dafür jahrelange Exposition (Amalgam) führt demnach ebenso sicher zur Schä-digung wie eine starke kurzzeitige Exposition (wie z.B. durch das Polieren der Füllungen oder durch deren Entfernung ohne entsprechende Schutzmaßnahmen).

Die Fakten

1. Schon beim normalen Kauen unserer Speisen wird Quecksilber aus den Füllungen freigesetzt und resorbiert. Verstärkt findet dies statt bei sauren/heißen Speisen und Getränken, beim Zähneputzen, beim Zähneknirschen, beim Kaugummikauen etc. Unsere Darmbakterien können nun durch Methylierung metallisches Quecksilber in organisches umformen, was in sämtliche Körpergewebe und -organe eingelagert wird. Auch das Gehirn ist hiervon betroffen. So mußte das Bundesgesundheitsamt schon 1992 einräumen: 'Es ist zu folgern, daß bei Personen mit einer höheren Zahl an Amalgamfüllungen im Mittel der größere Teil der Quecksilber-Belastung der Organe aus diesen Füllungen stammt.' (BGA-Sonderdruck 12/92: Amalgame in der zahnärztlichen Therapie)

2. Aus Amalgamfüllungen - 'intakt' oder nicht intakt - wird 24 Stunden täglich Quecksilberdampf freigesetzt, denn dieses Metall verdunstet bekanntlich bereits mit Zimmertemperatur. Das Quecksilber kann nun unter Umgehung der Leber (als Entgiftungsinstanz) sogar direkt ins Gehirn eingelagert werden, wie man unter anderem aus den Untersuchungen von Hypophysenmaterial verstorbener Zahnärzte weiß. (Daunderer, Handbuch der Amalgamvergiftung, II-11.1, S. 5 f.). 'Intakte' Füllungen mögen zwar weniger Quecksilber abgeben als nicht intakte. Dieser vermeintliche Vorteil wird jedoch durch die extrem hohe Aufnahme während des Polierens (Dampf und Staub) mehr als zunichte gemacht (siehe oben).

3. Ein weiterer unangenehmer Nebeneffekt der Plomben ist vielen - auch ganzheitlichen - Therapeuten bislang leider unbekannt. Quecksilber (ebenso wie die anderen giftigen Schwermetalle: Silber, Kupfer, Zinn) diffundiert in die gesamte Zahnsubstanz einschließlich des umgebenden Kieferknochens. Und hier kommen die Zahn-Organ-Bezüge ins Spiel: Ein metallvergifteter Zahn bedeutet einen Dauerstreß für seine korrespondierenden Organe. Da hilft es auch nicht, den Schwermetallcocktail Amalgam als 'zahntechnisch guten Füllstoff' schön zu reden und ihn womöglich regelmäßig 'schön' polieren zu lassen!

Aber es kommt noch schlimmer: Selbst Zähne und deren Wurzelbereiche, die nie mit einer Amalgamfüllung beglückt wurden, sind dauerhaft metallbelastet durch ihre direkten oder indirekten Nachbarn. So kommt es, daß sogar in Weisheitszähnen, die noch nicht durchgebrochen sind, sämtliche Amalgambestandteile nachgewiesen werden können. Was das beispielsweise für unser Nervensystem (zentral oder peripher) bedeutet, kann man leicht ermessen, wirft man einen Blick auf die Zahn-Organ-Bezüge des EAV-Therapeuten.

Ich durfte dies bei ca. 50 Patienten in bedrückender Regelmäßigkeit erleben: Nach einer Zahnextraktion wurden täglich Wundtamponaden neu eingelegt und die betreffende Alveole vom Zahnarzt wöchentlich angefrischt. In den monatlich durchgeführten Untersuchungen der Tamponaden fanden sich sämtliche Metalle, die der Patient im Mund hatte bzw. früher gehabt hatte. Je schwerer die Grunderkrankung des Patienten war, desto höher fielen übrigens die gemessenen Konzentrationen aus!

Angesichts dieser Tatsachen habe ich absolut kein Verständnis für Hannig/Bisping-Hannigs verharmlosende Empfehlung, nur alte, bröckelnde Füllungen müßten ausgetauscht werden. Wer sich dieser meiner Meinung anschließen kann, nämlich, daß es unsere therapeutische Pflicht zu sein hat, zukünftiges Unheil vom Patienten abzuwenden (Prophylaxe), der wird Amalgam in allen Fällen sachgerecht und so schnell wie möglich entfernen lassen und nicht etwa warten, bis sich gravierende Beschwerden zeigen.

Übrigens habe ich noch keinen Amalgamträger - poliert oder unpoliert - ohne Quecksilbersymptome gesehen und noch keinen, der von der Sanierung nicht profitiert hätte. Je mehr ich mich in diese Vergiftung einarbeitete, desto besser konnte ich sie diagnostizieren und desto mehr Respekt bekam ich vor den drohenden Langzeitfolgen.


Der Austausch der Füllungen sollte stets unter Maximalschutz durchgeführt werden (Kofferdam, Sauerstoff-Beblasung, Schutzbrille, evtl. 1 Kapsel Dimaval vorher), dann kommt es erst gar nicht zu den gefürchteten Neuvergiftungen. Als Alternativen sollten ausschließlich metallfreie Füllungen und Inlays/Kronen gewählt werden, denn Gold etc. vertragen Ex-Amalgamträger in aller Regel schlecht. Gold erzeugt - wie auch Quecksilber - Autoimmunerkrankungen, so das Ergebnis eines Forschungsverbundes des Bundesforschungsministeriums (siehe: Pressemitteilung von 7.8.95). Darauf wies ich schon früher in Wir hin (Heft 1/01, S. 54 f.). Sämtliche verwendeten Materialien vor ihrem endgültigen Einbringen unbedingt vorher 7 Tage epikutan, anschließend im Mund austesten lassen!

Was nun die sogenannten 'Ausleitungen' betrifft, kann ich Hannig/Bisping-Hannig ein weiteres Wort der Kritik nicht ersparen. Gerade wir Homöopathen unterliegen heutzutage gerne der Verlockung, mit potenzierten Antidoten (Nosode, symptomatisches Simile) eine signifikante Amalgamausscheidung zu prognostizieren. Und woran - bitteschön - sehen wir, ob das geklappt hat? Natürlich an den Symptomen des Patienten, die dann gefälligst zu verschwinden haben. Nehmen wir an, sie tun uns wirklich den Gefallen und verschwinden (was bei weitem nicht immer klappt), ist damit netterweise auch das Gift eliminiert? Mitnichten, das erkennt man - vorausgesetzt man will es überhaupt erkennen - spätestens dann, wenn der Patient uns wieder mit den gleichen Beschwerden konsultiert oder noch schlimmer: mit neuen, zentraleren Beschwerden. So habe ich nach 'Simillimum'-Behandlung bei schwermetallbedingten Erkrankungen Folgeerscheinungen bis hin zu Tumoren beobachtet, und ich warne alle Kollegen eindringlich hiervor.

Übrigens wurde längst bewiesen, daß potenzierte Medikamente (homöopathisch sollten wir sie in diesem Fall nicht nennen) bestenfalls lediglich eine Symptomlöschung und keine relevante Metallausscheidung bewirken können, wie fromm der Wunsch des Verordners auch sein mag. (Lechner: Dtsch. Zschr. f. Biol. Zahnmed. 8, 1 - 1992)

Daß Vergiftungen 'homöopathisch leicht mit den Antidoten behandelt werden' können, entbehrt nicht einer gewissen Naivität. Wer das behauptet, kann sich auf einen Menschen ganz sicher nicht berufen: auf Hahnemann, den Begründer der Homöopathie! Der nämlich spricht in ganz anderen Tönen von den 'erkünstelten' Krankheiten/Vergiftungen): '... die traurigsten, die unheilbarsten ...'; wofür '... wohl nie Heilmittel ... erfunden oder erdacht werden ...'; '... unzählige Arznei-Siechthume ...', '... fast unheilbare Quecksilber-Siechthume ...' (Organon, 6. Auflage, § 75; § 204; § 277 Fußnote).

Hannig/Bisping-Hannigs Behauptungen über Dimaval/DMPS-Heyl sind undifferenziert. Wo ist der Beleg dafür, daß angeblich sämtliches Kupfer ausgeschieden wird und warum sollen durch die - in Wirklichkeit nur zum geringen Teil stattfindende - Kupferausscheidungen schwere Schäden verursacht werden? Ich habe (als Homöopath) hunderte von DMPS-Ausleitungen empfohlen und begleitet und konnte dergleichen nie beobachten. Es ist auch falsch, daß DMPS zunächst sämtliches Kupfer ausscheidet und dann erst Quecksilber. Die Ausscheidung erfaßt meist mehrere Schwermetalle gleichzeitig und variiert von mal zu mal, wie sich leicht erkennen läßt, wenn man Urin und/oder Stuhl untersucht. Wer diese Kontrollmessungen unterläßt, handelt fahrlässig und beraubt sich wichtiger Kriterien bzgl. notwendiger Wiederholungen: Bei hoher Ausscheidung beispielsweise muß relativ rasch wiederholt werden, will man die entsprechend starke Nachmobilisation abfangen.

Ich habe zu diesem Thema eine umfangreiche Arbeit veröffentlicht (Allgemeine Homöopathische Zeitschrift, Bd. 243, 1998, S. 118-122). Dort begründe ich ausführlich - auch anhand Hahnemanns Organon, warum wir als Homöopathen auf stoffliche Ausleitungen angewiesen sind und nenne die unbedingt zu beachtenden Kontraindikationen für Dimaval/DMPS-Heyl.

Potenzierte 'homöopathische' Medikamente sollten bei Metall-Vergiftungen nur eingesetzt werden
- wenn die Giftquelle bereits entfernt ist,
- wenn dringende Palliation notwendig wird,
- wenn nach Verminderungen der verbliebenen Körperdepots (Ausleitungen) noch dynamische Verstimmungen zurückbleiben.

Genauso haben es auch die alten Meister der Homöopathie stets gehandhabt: allen voran Hahnemann, v. Bönninghausen, Hering, Jahr und Burnett. Nur waren deren therapeutische Möglichkeiten bei Schwermetall-Vergiftungen erheblich begrenzter als heutzutage, wo es einige hochwirksame Antidote gibt (Zink, Dimaval/DMPS-Heyl, Pflanzenkohle, Natriumthiosulfat). Andere oft hochgelobte Antidote halte ich für gefährlich: Selen (Einlagerung von Hg-Seleniten in das Gehirn), Algen (schwermetallbelastet), Megadosen Vitamin C (starke Mobilisation, jedoch ungenügende Bindung und daher unkontrollierte Rückresorption).*

Last not least: Wenn Hannig/Bisping-Hannig quasi im Rundumschlag gleich noch die Therapie aller übrigen gefährlichen Vergiftungen - 'PVC, Lindan oder was auch immer' - für die Homöopathie reklamieren, möchte ich Meister Hahnemann selbst entgegnen lassen:

'Nur gegen natürliche** Krankheiten hat uns der Allgütige Hülfe durch die Homöopathik geschenkt. ... Eine menschliche Heilkunst, zur Normalisierung jener unzähligen, von der allopathischen Unheilkunst*** so oft angerichteten Innormalitäten, giebt es nicht und kann es nicht geben.' (Organon, § 76)."

* Aus dem gleichen Grund sind auch Fastenkuren bedenklich (hohe Mobilisation, hohe unkontrollierte Rückresorption).
** akute, halbakute sowie chronische Miasmen (= Infektionskrankheiten und deren Folgen)
*** Vergiftungen im weitesten Sinne

 

Quelle: http://www.freieheilpraktiker.com/Patienteninfo/Naturheilkunde/Amalgam-1

Autor: Daniela Keller, Tools-of-Life.at, 18.10.2012

 

In den letzten Jahren kamen immer mehr Klienten in meine Praxis, bei denen ich Symptome einer Schwermetallvergiftung festgestelle. Gleichzeitig stellt sich die Frage: "Wie ausleiten?"

 

Nachdem ich mich mit den verschiedenen Ansätzen der Ausleitung intensiv beschäftigt habe, musste ich feststellen, dass dieser Bereich zu den wohl schwierigsten und komplexesten heilerischen Themen gehört. Es bedarf einer soliden und in der Praxis erprobten Erfahrung -> reality check <- um effizient und möglichst ohne Nebenwirkungen auszuleiten und zweitens muss jeder Klient individuell betreut werden, da die individuellen Faktoren bei der Fähigkkeit Gifte auszuscheiden eine essentielle Bedeutung beikommt. Die individuelle Verfassung des Klienten steuert und bedingt den gesamten Entgiftungs-Prozess.

 

Und dann wird mir immer wieder die Frage gestellt: "Kann ich homöopathisch ausleiten?"

 

Hier möchte ich dem bekannten deutschen Heilpraktiker und Homöopathen Heinz Pscheidl zu Wort kommen lassen, der sich gegen eine homöopathische Ausleitung ausspricht. Seiner Haltung schliesse ich mich an, denn sie entspricht auch meinen Erfahrungen. Ich musste mehrere schwermetallvergiftete Klienten begleiten, bei denen versucht wurde homöopathisch auszuleiten und deren Symptome sich nicht nur ernsthaft verschlimmert haben - das ist keine Erstverschlimmerung - sondern, die dadurch auch akut geschwächt wurden, was meines Erachtens für Vergiftete ein unzumutbare Zusatzbelastung darstellt.

 

Heilpraktiker Heinz Pscheidl schreibt als Patienteninformation:

"Wer 'intakte' Amalgamfüllungen lieber im Mund seiner Patienten beläßt, weil er/sie glaubt, diese würden erst giftig beim Herausnehmen, unterschätzt diesen hochgefährlichen Füllungsstoff und die durch ihn hervorgerufene schleichende Vergiftung.

Es gibt ein Gesetz der Toxikologie, das da lautet: Der Beginn der Schädigung infolge einer Noxe wird bestimmt durch das Produkt. Giftkonzentration x Einwirkungsdauer.

Eine geringfügige, aber dafür jahrelange Exposition (Amalgam) führt demnach ebenso sicher zur Schä-digung wie eine starke kurzzeitige Exposition (wie z.B. durch das Polieren der Füllungen oder durch deren Entfernung ohne entsprechende Schutzmaßnahmen).

Die Fakten

1. Schon beim normalen Kauen unserer Speisen wird Quecksilber aus den Füllungen freigesetzt und resorbiert. Verstärkt findet dies statt bei sauren/heißen Speisen und Getränken, beim Zähneputzen, beim Zähneknirschen, beim Kaugummikauen etc. Unsere Darmbakterien können nun durch Methylierung metallisches Quecksilber in organisches umformen, was in sämtliche Körpergewebe und -organe eingelagert wird. Auch das Gehirn ist hiervon betroffen. So mußte das Bundesgesundheitsamt schon 1992 einräumen: 'Es ist zu folgern, daß bei Personen mit einer höheren Zahl an Amalgamfüllungen im Mittel der größere Teil der Quecksilber-Belastung der Organe aus diesen Füllungen stammt.' (BGA-Sonderdruck 12/92: Amalgame in der zahnärztlichen Therapie)

2. Aus Amalgamfüllungen - 'intakt' oder nicht intakt - wird 24 Stunden täglich Quecksilberdampf freigesetzt, denn dieses Metall verdunstet bekanntlich bereits mit Zimmertemperatur. Das Quecksilber kann nun unter Umgehung der Leber (als Entgiftungsinstanz) sogar direkt ins Gehirn eingelagert werden, wie man unter anderem aus den Untersuchungen von Hypophysenmaterial verstorbener Zahnärzte weiß. (Daunderer, Handbuch der Amalgamvergiftung, II-11.1, S. 5 f.). 'Intakte' Füllungen mögen zwar weniger Quecksilber abgeben als nicht intakte. Dieser vermeintliche Vorteil wird jedoch durch die extrem hohe Aufnahme während des Polierens (Dampf und Staub) mehr als zunichte gemacht (siehe oben).

3. Ein weiterer unangenehmer Nebeneffekt der Plomben ist vielen - auch ganzheitlichen - Therapeuten bislang leider unbekannt. Quecksilber (ebenso wie die anderen giftigen Schwermetalle: Silber, Kupfer, Zinn) diffundiert in die gesamte Zahnsubstanz einschließlich des umgebenden Kieferknochens. Und hier kommen die Zahn-Organ-Bezüge ins Spiel: Ein metallvergifteter Zahn bedeutet einen Dauerstreß für seine korrespondierenden Organe. Da hilft es auch nicht, den Schwermetallcocktail Amalgam als 'zahntechnisch guten Füllstoff' schön zu reden und ihn womöglich regelmäßig 'schön' polieren zu lassen!

Aber es kommt noch schlimmer: Selbst Zähne und deren Wurzelbereiche, die nie mit einer Amalgamfüllung beglückt wurden, sind dauerhaft metallbelastet durch ihre direkten oder indirekten Nachbarn. So kommt es, daß sogar in Weisheitszähnen, die noch nicht durchgebrochen sind, sämtliche Amalgambestandteile nachgewiesen werden können. Was das beispielsweise für unser Nervensystem (zentral oder peripher) bedeutet, kann man leicht ermessen, wirft man einen Blick auf die Zahn-Organ-Bezüge des EAV-Therapeuten.

Ich durfte dies bei ca. 50 Patienten in bedrückender Regelmäßigkeit erleben: Nach einer Zahnextraktion wurden täglich Wundtamponaden neu eingelegt und die betreffende Alveole vom Zahnarzt wöchentlich angefrischt. In den monatlich durchgeführten Untersuchungen der Tamponaden fanden sich sämtliche Metalle, die der Patient im Mund hatte bzw. früher gehabt hatte. Je schwerer die Grunderkrankung des Patienten war, desto höher fielen übrigens die gemessenen Konzentrationen aus!

Angesichts dieser Tatsachen habe ich absolut kein Verständnis für Hannig/Bisping-Hannigs verharmlosende Empfehlung, nur alte, bröckelnde Füllungen müßten ausgetauscht werden. Wer sich dieser meiner Meinung anschließen kann, nämlich, daß es unsere therapeutische Pflicht zu sein hat, zukünftiges Unheil vom Patienten abzuwenden (Prophylaxe), der wird Amalgam in allen Fällen sachgerecht und so schnell wie möglich entfernen lassen und nicht etwa warten, bis sich gravierende Beschwerden zeigen.

Übrigens habe ich noch keinen Amalgamträger - poliert oder unpoliert - ohne Quecksilbersymptome gesehen und noch keinen, der von der Sanierung nicht profitiert hätte. Je mehr ich mich in diese Vergiftung einarbeitete, desto besser konnte ich sie diagnostizieren und desto mehr Respekt bekam ich vor den drohenden Langzeitfolgen.


Der Austausch der Füllungen sollte stets unter Maximalschutz durchgeführt werden (Kofferdam, Sauerstoff-Beblasung, Schutzbrille, evtl. 1 Kapsel Dimaval vorher), dann kommt es erst gar nicht zu den gefürchteten Neuvergiftungen. Als Alternativen sollten ausschließlich metallfreie Füllungen und Inlays/Kronen gewählt werden, denn Gold etc. vertragen Ex-Amalgamträger in aller Regel schlecht. Gold erzeugt - wie auch Quecksilber - Autoimmunerkrankungen, so das Ergebnis eines Forschungsverbundes des Bundesforschungsministeriums (siehe: Pressemitteilung von 7.8.95). Darauf wies ich schon früher in Wir hin (Heft 1/01, S. 54 f.). Sämtliche verwendeten Materialien vor ihrem endgültigen Einbringen unbedingt vorher 7 Tage epikutan, anschließend im Mund austesten lassen!

Was nun die sogenannten 'Ausleitungen' betrifft, kann ich Hannig/Bisping-Hannig ein weiteres Wort der Kritik nicht ersparen. Gerade wir Homöopathen unterliegen heutzutage gerne der Verlockung, mit potenzierten Antidoten (Nosode, symptomatisches Simile) eine signifikante Amalgamausscheidung zu prognostizieren. Und woran - bitteschön - sehen wir, ob das geklappt hat? Natürlich an den Symptomen des Patienten, die dann gefälligst zu verschwinden haben. Nehmen wir an, sie tun uns wirklich den Gefallen und verschwinden (was bei weitem nicht immer klappt), ist damit netterweise auch das Gift eliminiert? Mitnichten, das erkennt man - vorausgesetzt man will es überhaupt erkennen - spätestens dann, wenn der Patient uns wieder mit den gleichen Beschwerden konsultiert oder noch schlimmer: mit neuen, zentraleren Beschwerden. So habe ich nach 'Simillimum'-Behandlung bei schwermetallbedingten Erkrankungen Folgeerscheinungen bis hin zu Tumoren beobachtet, und ich warne alle Kollegen eindringlich hiervor.

Übrigens wurde längst bewiesen, daß potenzierte Medikamente (homöopathisch sollten wir sie in diesem Fall nicht nennen) bestenfalls lediglich eine Symptomlöschung und keine relevante Metallausscheidung bewirken können, wie fromm der Wunsch des Verordners auch sein mag. (Lechner: Dtsch. Zschr. f. Biol. Zahnmed. 8, 1 - 1992)

Daß Vergiftungen 'homöopathisch leicht mit den Antidoten behandelt werden' können, entbehrt nicht einer gewissen Naivität. Wer das behauptet, kann sich auf einen Menschen ganz sicher nicht berufen: auf Hahnemann, den Begründer der Homöopathie! Der nämlich spricht in ganz anderen Tönen von den 'erkünstelten' Krankheiten/Vergiftungen): '... die traurigsten, die unheilbarsten ...'; wofür '... wohl nie Heilmittel ... erfunden oder erdacht werden ...'; '... unzählige Arznei-Siechthume ...', '... fast unheilbare Quecksilber-Siechthume ...' (Organon, 6. Auflage, § 75; § 204; § 277 Fußnote).

Hannig/Bisping-Hannigs Behauptungen über Dimaval/DMPS-Heyl sind undifferenziert. Wo ist der Beleg dafür, daß angeblich sämtliches Kupfer ausgeschieden wird und warum sollen durch die - in Wirklichkeit nur zum geringen Teil stattfindende - Kupferausscheidungen schwere Schäden verursacht werden? Ich habe (als Homöopath) hunderte von DMPS-Ausleitungen empfohlen und begleitet und konnte dergleichen nie beobachten. Es ist auch falsch, daß DMPS zunächst sämtliches Kupfer ausscheidet und dann erst Quecksilber. Die Ausscheidung erfaßt meist mehrere Schwermetalle gleichzeitig und variiert von mal zu mal, wie sich leicht erkennen läßt, wenn man Urin und/oder Stuhl untersucht. Wer diese Kontrollmessungen unterläßt, handelt fahrlässig und beraubt sich wichtiger Kriterien bzgl. notwendiger Wiederholungen: Bei hoher Ausscheidung beispielsweise muß relativ rasch wiederholt werden, will man die entsprechend starke Nachmobilisation abfangen.

Ich habe zu diesem Thema eine umfangreiche Arbeit veröffentlicht (Allgemeine Homöopathische Zeitschrift, Bd. 243, 1998, S. 118-122). Dort begründe ich ausführlich - auch anhand Hahnemanns Organon, warum wir als Homöopathen auf stoffliche Ausleitungen angewiesen sind und nenne die unbedingt zu beachtenden Kontraindikationen für Dimaval/DMPS-Heyl.

Potenzierte 'homöopathische' Medikamente sollten bei Metall-Vergiftungen nur eingesetzt werden
- wenn die Giftquelle bereits entfernt ist,
- wenn dringende Palliation notwendig wird,
- wenn nach Verminderungen der verbliebenen Körperdepots (Ausleitungen) noch dynamische Verstimmungen zurückbleiben.

Genauso haben es auch die alten Meister der Homöopathie stets gehandhabt: allen voran Hahnemann, v. Bönninghausen, Hering, Jahr und Burnett. Nur waren deren therapeutische Möglichkeiten bei Schwermetall-Vergiftungen erheblich begrenzter als heutzutage, wo es einige hochwirksame Antidote gibt (Zink, Dimaval/DMPS-Heyl, Pflanzenkohle, Natriumthiosulfat). Andere oft hochgelobte Antidote halte ich für gefährlich: Selen (Einlagerung von Hg-Seleniten in das Gehirn), Algen (schwermetallbelastet), Megadosen Vitamin C (starke Mobilisation, jedoch ungenügende Bindung und daher unkontrollierte Rückresorption).*

Last not least: Wenn Hannig/Bisping-Hannig quasi im Rundumschlag gleich noch die Therapie aller übrigen gefährlichen Vergiftungen - 'PVC, Lindan oder was auch immer' - für die Homöopathie reklamieren, möchte ich Meister Hahnemann selbst entgegnen lassen:

'Nur gegen natürliche** Krankheiten hat uns der Allgütige Hülfe durch die Homöopathik geschenkt. ... Eine menschliche Heilkunst, zur Normalisierung jener unzähligen, von der allopathischen Unheilkunst*** so oft angerichteten Innormalitäten, giebt es nicht und kann es nicht geben.' (Organon, § 76)."

* Aus dem gleichen Grund sind auch Fastenkuren bedenklich (hohe Mobilisation, hohe unkontrollierte Rückresorption).
** akute, halbakute sowie chronische Miasmen (= Infektionskrankheiten und deren Folgen)
*** Vergiftungen im weitesten Sinne

 

Quelle: http://www.freieheilpraktiker.com/Patienteninfo/Naturheilkunde/Amalgam-1


Daniela Keller ist seit 20 Jahren in eigener Praxis in Wien tätig,  mit Fokus auf bioenergetische Körperarbeit, Trauma-Arbeit, Ernährung, Entgiftung und Stressreduktion. In der  Einzelarbeit hat Daniela Keller sich auf diffuse und komplexe Krankheitsbilder spezialisiert, z.B. Allergien, Autoimmun-Krankheiten, chronische Erschöpfung, Trauma-Auflösung und psychische Begleitung.

 

Für alle Interessierten gibt sie Kurse und Workshops zu " Grundlagen der Selbstheilung", die Selbsterfahrung und Ausbildung zugleich sind: für Laien, Therapeuten, Lebensberater und Energetiker. Zu Ernährungsthemen finden Vorträge und  Ernährungs-Sprechstunden statt.

 

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